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Yoro Tenmei Hantenchi ist ein monumentales, interaktives Kunstwerk, das über 30 Jahre lang von dem weltberühmten Künstler Shusaku Arakawa und seiner Partnerin, der Dichterin Madeline Gins, konzipiert und realisiert wurde. Auf einer weitläufigen Fläche von etwa 18.000 m² finden sich zahlreiche Installationen, die das Gleichgewicht und die räumliche Wahrnehmung des Besuchers gezielt herausfordern. In diesem Raum werden die alltäglichen Konzepte von Horizontalität und Vertikalität außer Kraft gesetzt. Es ist ein Ort, an dem man den Körper einsetzt, um das Gleichgewicht neu zu finden und die unendlichen Möglichkeiten der menschlichen Physis zu entdecken.
Das Projekt wurde 1995 eröffnet und dient als Ort für architektonische und künstlerische Experimente. Es handelt sich um moderne Kunst, die nicht nur betrachtet, sondern durch das physische Durchwandern vollendet wird. Ein zentrales Thema der Künstler war der Begriff „Weg, um nicht zu sterben“ (Not-to-die-path). Dieser Ort, der das Ergebnis jahrzehntelanger Planung ist, zieht jährlich fast 100.000 Besucher aus dem In- und Ausland an und gilt als eine der einzigartigsten kulturellen Einrichtungen Japans.

Das Werk gliedert sich im Wesentlichen in zwei Bereiche:
Erstens das Hauptpavillon „Haus der extremen Ähnlichkeit“. Das markante Dach, das die Form der Präfektur Gifu nachahmt, beherbergt einen Innenraum, in dem Tische, Wände und Decken so angeordnet sind, dass sie die visuelle Wahrnehmung völlig verzerren. Die Decke wirkt wie eine umgekehrte Welt des Erdgeschosses.
Zweitens das „Ovale Feld“. Dieses Areal besteht aus fünf verschiedenen Bereichen, die das japanische Archipel symbolisieren. Mit hügeligem Gelände und 148 kurvenreichen Pfaden erleben Besucher eine ständige Veränderung der Perspektive, wobei sich der Boden oft in eine Wand verwandelt. In einem der größten Bereiche wachsen zudem 24 verschiedene Heilkräuter.
Zudem ist das farbenfrohe „Yoro Tenmei Hantenchi Memorial Museum“ ein wichtiger Bestandteil. Das Gebäude nutzt natürliches Licht und die 24 Farben der Außenwand, um eine mystische Atmosphäre zu schaffen, in der auch Zeichnungen und digitale Kunstwerke ausgestellt werden.
Auf dem Gelände wachsen 24 Arten von Heilkräutern, die je nach Jahreszeit ein anderes Gesicht zeigen. Besonders die Veränderung der Pflanzenwelt und das Spiel des Lichts auf den farbigen Strukturen bieten bei jedem Besuch neue Entdeckungen. Da das Gelände weitläufig und im Freien liegt, beeinflusst auch das Wetter die visuelle Wahrnehmung stark.

Das bloße Gehen und das Halten des Gleichgewichts ist hier selbst die Kunstform. Durch die bewusste Erfahrung von Täuschungen und Instabilität wird der Prozess des „Wiederentdeckens“ der eigenen Sinne eingeleitet. Tauchen Sie tief in die Welt ein, indem Sie Ihren Gang und Ihre Balance ständig an das wechselnde Terrain anpassen.
Yoro Tenmei Hantenchi ist Teil des Yoro-Parks. In der unmittelbaren Umgebung befinden sich weitere Werke von Arakawa und Gins, wie die „Insekten-Gebirgskette“ (Insect Mountain Range) oder das „Fushi-Tor“ (Fushi Gate). Die Region bietet eine harmonische Verschmelzung von Natur und avantgardistischer Kunst.
Das Gelände weist viele Senken, rutschige Hänge und unebene Flächen auf. Die Bodenbeschaffenheit kann sehr instabil sein. Wir empfehlen dringend das Tragen von festem, sportlichem Schuhwerk (Sneakers). Wenn Sie mit Kindern reisen, behalten Sie diese bitte ständig im Auge, um Stürze zu vermeiden. Im Falle eines Unfalls steht im Museumsshop ein Erste-Hilfe-Set zur Verfügung. Für Schließfächer wird eine Münze von 100 Yen benötigt (keine Rückgabe). Da die Barrierefreiheit eingeschränkt ist, fragen Sie bitte das Personal bezüglich der Nutzung von Kinderwagen oder Rollstühlen.