
Guide
Das Kan Yasuda Sculpture Museum Arte Piazza Biei in der Stadt Bibai, Hokkaido, ist eine kulturelle Einrichtung, die sich um die Werke des Bildhauers Kan Yasuda dreht. Der Name „Arte Piazza“ stammt aus dem Italienischen und bedeutet „Kunstplatz“. Das Gelände nutzt das Areal der ehemaligen Biei Municipal Sakae Elementary School. Auf einer weitläufigen Fläche von über 70.000 m² sind mehr als 40 Skulpturen verteilt – von massiven Marmorwerken mit einem Gewicht von über 10 Tonnen bis hin zu kleineren Objekten in den alten Schulgebäuden. Dieser Ort wurde so gestaltet, dass Besucher dem Alltag entfliehen und in tiefer Stille und Freiheit zu sich selbst finden können.
Die Geschichte dieses Ortes ist eng mit der Entwicklung von Bibai verbunden, einer Stadt, die einst als bedeutendes Kohlebergau-Zentrum florierte. Die 1949 eröffnete Sakae Grundschule war ein lebendiger Ort mit einst 1.250 Schülern, bevor sie 1981 geschlossen wurde. Der in der Region geborene Bildhauer Kan Yasuda entdeckte das Holzgebäude der alten Schule während seiner Suche nach einem Atelier in Japan. Inspiriert von der lebhaften Atmosphäre der Kinder, verwandelte er den Ort in einen „Platz für das Herz der Kinder“. Seit der Eröffnung 1992 dient die Anlage als kultureller Knotenpunkt und als Ort für weltbekannte Skulpturen. 2016 wurde das Museum offiziell als registriertes Museum anerkannt.

Das Gelände bietet vielfältige Begegnungen mit Kunst und Raum. Zu den bedeutendsten Bereichen gehören der „Wasserplatz (Stage)“, wo Wasser und Skulpturen harmonieren, der „Trifoglio-Platz“ für Momente der Stille sowie der „Skulpturenhügel“. Die glatte Textur der Marmorskulpturen reagiert auf Licht, Wind und die umliegende Vegetation, wodurch sich ihr Ausdruck stündlich verändert. Das ehemalige Schulgebäude wurde kreativ umgenutzt: Das zweite Stockwerk dient als Galerie für Bürger, und die alte Turnhalle wurde als Kunstraum (z. B. für Konzerte) revitalisiert. So wird die Architektur selbst zum Teil des Kunstwerks.
Die Anlage zeigt sich mit dem Wechsel der Jahreszeiten von einer anderen Seite. Von Frühling bis Sommer sorgt das satte Grün für einen starken Kontrast zu den Skulpturen, ideal für längere Aufentten im Freien. Im Herbst färbt das herbstliche Laub die Szenerie, während im Winter die Skulpturen in einer stillen Schneelandschaft eine meditative Wirkung entfalten. Tagsüber ist die plastische Tiefe und Textur der Werke besonders gut zu beobachten. Bitte prüfen Sie vorab die Öffnungszeiten des „Café Arte“ sowie saisonale Veranstaltungen. Da sich die Schließzeiten je nach Jahreszeit ändern können, ist eine vorherige Information über die offizielle Website ratsam.

Der Besuch ist weit mehr als nur eine Besichtigung. Es gibt regelmäßig Workshops, wie etwa das Basteln von Kerzen, oder Musikkonzerte in der alten Turnhalle, bei denen Klang und Skulptur verschmelzen. Im hauseigenen „Café Arte“ können Sie bei einem Getränk die malerische Aussicht genießen. Ein besonderes Highlight sind die regelmäßigen geführten Touren, die Ihnen helfen, den tieferen Kontext und die Intention hinter den Kunstwerken zu verstehen.
Die Umgebung von Bibai ist reich an Geschichte. Als ehemalige Bergbaustadt bietet die Region interessante Orte, die von der industriellen Vergangenheit erzählen. Nach dem Kunstgenuss können Sie die lokale Kulinarik entdecken, wie etwa das berühmte Bibai Yakitori. Die Kombination aus Kunst, Geschichte und der Natur Hokkaidos macht die Region zu einem vielseitigen Reiseziel.

Da das Gelände sehr weitläufig ist, sind bequeme Kleidung und festes Schuhwerk (Sneaker) aufgrund der unebenen Wege und Steigungen unerlässlich. Während viele Zahlungen digital möglich sind, wird für das Café oder kleinere Ausgaben oft Bargeld empfohlen. Die Verfügbarkeit von englischen Informationen variiert je nach Bereich. Das Fotografieren der Landschaft und der Werke ist meist erlaubt, bitte achten Sie jedoch auf lokale Hinweisschilder. Da das Gelände in der Natur liegt, sollten Sie den Anweisungen vor Ort bezüglich der lokalen Fauna (z. B. Bärenwarnungen) stets folgen.