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Das Unzenedake Disaster Memorial Museum (bekannt als Gamadasu Dome) in der Stadt Shimabara, Präfektur Nagasaki, ist Japans erstes interaktives Vulkanmuseum. Es wurde errichtet, um die Erinnerung an die Eruption des Unzen-Fukaken-Vulkans in den 1990er Jahren lebendig zu halten und die Ehrfurcht vor der Natur sowie die Bedeutung der Katastrophenvorsorge zu vermitteln. Der Name „Gamadasu“ stammt aus dem lokalen Dialekt und bedeutet so viel wie „durchhalten“ oder „sein Bestes geben“ – ein Symbol für den starken Willen zum Wiederaufbau. Das Museum kombiniert modernste Technologie mit Lernangeboten, die auch für Kinder spannend sind.
Der Standort des Museums selbst ist ein Zeugnis der Natur: Das Gelände wurde durch die massiven Schlammströme und Ablagerungen der Eruptionen entstanden, die das Meer verdrängten und neues Land schufen. Die Eruptionen des Unzen-Fukaken-Vulkans ab 1990 und die verheerenden Schlammströme von 1991 hinterließen tiefe Spuren in der Region. Das Ziel des Museums ist es, diese Geschichte der Zerstörung, aber auch den Prozess des Wiederaufbaus, präzise an zukünftige Generationen weiterzugeben. Es dient nicht nur der Dokumentation, sondern auch der Bildung im Bereich des Katastrophenschutzes.

Im Inneren erwartet Sie eine hochmoderne Ausstellung. Durch den Einsatz von Projection Mapping und Drohnenaufnahmen werden Phänomene wie pyroklastische Ströme und Schlammströme visuell eindrucksvoll dargestellt. Besucher können die Mechanismen der Natur und die Veränderung der Topografie durch vulkanische Aktivitäten hautnah miterleben. Ein besonderes Highlight ist der „Kodomo GeoPark“: Dieser Indoor-Spielbereich bietet Trampoline und Kletterwände, sodass Kinder die Kräfte der Erde spielerisch und körperlich erfahren können.
Da es sich um eine überdachte Anlage handelt, ist das Museum ein idealer Ort für Besuche bei schlechtem Wetter. Ein besonderer Moment ist der jährliche Gedenkmonat im Juni, wenn Zeremonien zur Ehrung der Opfer stattfinden. Dies ist eine Zeit der besonderen Stille und Ehrfurcht vor der Natur. Während die Tagesstunden oft von Familien belebt sind, bietet der späte Nachmittag eine ruhigere Atmosphäre, um die Ausstellungen in Ruhe zu genießen.

Neben den visuellen Simulationen der Vulkanphänomene bietet der Kodomo GeoPark aktive Lernmöglichkeiten durch Klettern und Springen. An Wochenenden werden zudem oft Workshops angeboten, die ein aktives Lernen fördern. Für die nötige Erholung sorgt das angeschlossene Café, das lokale Spezialitäten aus der Region Shimabara serviert und so die lokale Esskultur erlebbar macht.
Das Museum liegt in einer Region der Halbinsel Shimabara, die stark durch vulkanische Aktivitäten geprägt ist. In der Nähe finden Sie auch die heißen Quellen von Unzen Onsen. Das Museum ist somit ein wichtiger Teil einer Route, die die Geschichte der vulkanischen Landschaft und den Wiederaufbau der Region thematisiert.
Für den Besuch des Kodomo GeoPark empfehlen wir bequeme Kleidung, die Bewegungsfreiheit erlaubt. Die Bezahlung vor Ort ist unkompliziert: Neben Bargeld können auch Kreditkarten und gängige IC-Karten genutzt werden. Die Verfügbarkeit von englischsprachigen Informationen kann je nach Saison variieren. Bitte beachten Sie, dass in bestimmten Bereichen der Ausstellungen das Fotografieren eingeschränkt sein kann. Das Gebäude ist barrierefrei gestaltet, um allen Besuchern den Zugang zu ermöglichen.