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Der 'Sarumai' (Affentanz), der am Hiyoshi-Schrein des Toko-ji in der Stadt Shimada (Präfektur Shizuoka) praktiziert wird, ist eine traditionelle Kunstform, die 1977 als immaterielles Kulturgut der Präfektur Shizuoka anerkannt wurde. Während Affen in vielen japanischen Festen oft nur Nebenrollen oder komische Figuren spielen, stehen sie beim Sarumai im Zentrum des Geschehens. Die elegante Darbietung der Affen, die als Boten der Götter gelten und sich perfekt zur Musik bewegen, ist ein einzigartiges Merkentes dieser Region.
Der Toko-ji ist ein alter Tempel der Tendai-Schule, dessen Ursprünge auf das Jahr 830 zurückgehen. Der im Tempelgelände befindliche Hiyoshi-Schrein ist eng mit der Verehrung von Affen als göttlichen Boten verbunden, eine Tradition, die durch die Verbindung zum Hiyoshi-Schrein in Otsu (Präfektur Shiga) gepflegt wird. Der Ursprung des Sarumai liegt vermutlich in der Ära der 'Sarugaku'- oder 'Dengaku'-Performances der Heian- oder Mittelalterzeit. Bevor die Trennung von Shintoismus und Buddhismus in der Meiji-Zeit stattfand, wurde der Tanz als Teil der rituellen Pflege des Toko-ji kontinuierlich weitergegeben. Er dient als wichtiges kulturelles Erbe zur Sicherung der Ernte und zur Abwehr von Unheil.
Ein besonderes Highlight ist, dass die Darsteller oft lokale Grundschüler sind, die mit traditionellen Affenmasken auftreten. Es gibt zwei Arten von Masken: die 'O-Affen' (männlich, mit einem markanten, strengen Gesichtsausdruck) und die 'Me-Affen' (weiblich, mit einem sanften Ausdruck), die als 'Eltern-Affen' bezeichnet werden. Die Tänze werden von sieben Musikern begleitet, die Flöten und Trommeln spielen. Das Repertoire umfasst drei verschiedene Stücke: 'So-moromoro no Mai' (der Tanz des Ehepaars), 'Ogi no Mai' (der Einzeltanz des männlichen Affen) und 'Honmai' (ein lebhafter Tanz des Ehepaars), die jeweils eine ganz eigene Atmosphäre bieten.
Der Sarumai kann nur einmal im Jahr, am zweiten Samstag im April, während des 'Toko-ji Hiyoshi Jinja Reisai' (Jahresfest) bewundert werden. Zu dieser Zeit erwacht die Natur in der Umgebung zu neuem Leben, und die Zeremonie findet in der sanften Frühlingsluft statt. Die Hauptdarbietungen beginnen in der Regel gegen 14:00 Uhr. Da die Reisezeit in den April fällt, können Besucher die traditionelle Kunstform inmitten der wunderschönen Frühlingslandschaft mit Kirschblüten oder frischem Grün genießen.
Beim Zuschauen können Sie nicht nur den Tanz, sondern auch die spirituelle Energie des Festes spüren. Ein besonderer Moment ist das Ende der Zeremonie, wenn mit dem Ausruf 'Oooooo' Sakaki-Zweige verteilt werden, die als Symbole des Schutzes vor dem Bösen gelten. Dies ist eine seltene Gelegenheit, die tiefe Verbindung zwischen lokaler Gemeinschaft und spiritueller Tradition hautnah zu erleben.
Zum Toko-ji gelangt man über einen etwa 50-minütigen Fußweg von der Station Rokugo (JR Tokaido-Linie). Der Weg entlang des Toko-ji Tanigawa ist ein schöner Spazierweg, der durch die Natur und entlang eines Baches führt. In der Umgebung von Shimada finden Sie zudem zahlreiche lokale Gastronomiebetriebe, um die regionale Küche zu genießen.