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Die Terayama Tanka-kama Anlage in Yoshino, Stadt Kagoshima, ist eine historische Struktur zur Herstellung von Holzkohle. Sie wurde 1858 auf Befehl von Shimazu Nariakira, dem Daimyō des Satsuma-Clans, errichtet. Die Anlage ist Teil des UNESCO-Welterbes „Meiji Industrial Revolution: Iron, Steel, Shipbuilding and Coal Mining Industries in Japan“. Ein besonderes Merkmal ist die Konstruktion aus Tuffstein, die in den Hang gebaut wurde, um extremen Temperaturen von bis zu 1500 Grad standzuhalten. Die Anlage bewahrt die Spuren der hochentwickelten Kohleproduktion jener Zeit.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts strebte der Satsuma-Clan nach nationaler Stärke und wirtschaftlicher Unabhängigkeit. Im Rahmen des „Shuseikan-Projekts“, einem Programm zur Förderung der modernen Industrie, war die Sicherung einer massiven Energiequelle durch Holzkohle von entscheidend Bedeutung. Da in der Region Satsuma keine Kohle vorkam, war die Produktion von hochwertiger weißer Holzkohle (Shichan) unerlässlich. Man übernahm Techniken vom Kishu-Clan und errichtete die Öfen in dieser Region, die reich an Bäumen wie Eiche und Kassia ist. Die hier produzierte Kohle diente unter anderem dem Betrieb der Reflexöfen in der Shuseikan-Anlage sowie der Herstellung von Glas und Keramik.
Das Highlight ist der robuste Steinofen mit einer Höhe von etwa 3 Metern und einem Durchmesser von 5 bis 6 Metern. Die einzigartige Struktur, die den natürlichen Hang nutzt, zeugt vom hohen technologischen Niveau der damaligen Zeit. Vor dem Ofen befindet sich zudem eine Gedenktafel für den Dichter Hatta Tomoki, der die Errichtung der Anlage in einem Gedicht pries. Die steinerne Struktur inmitten der Natur vermittelt ein tiefes Gefühl für das industrielle Erbe Japans.
Da es sich um eine historische Stätte im Freien handelt, gibt es keine festen Öffnungszeiten; der Zugang ist 24 Stunden am Tag möglich. Die Umgebung ist von üppiger Natur geprägt, die je nach Jahreszeit unterschiedliche Facetten zeigt. Ein Besuch bei Tageslicht ist ideal, um die feinen Details der Steinmauer und die Harmonie mit der Umgebung klar erkennen zu können. Da die Stätte im Freien liegt, sollten Sie auf die Witterung und die Temperaturen achten.
Besucher können die Geschichte der Energiegewinnung, die die Modernisierung Japans stützte, hautnah erleben. Es ist eine Reise in die Vergangenheit der japanischen Industrialisierung. Ein ruhiger Spaziergang durch die Natur ermöglicht es, die Spuren der Menschen nachzuvollziehen, die einst die Brennstoffe für die industrielle Entwicklung des Landes sicherten.
In der Umgebung finden sich weitere Relikte des Shuseikan-Projekts und historische Orte der Stadt Kagoshima. Ein Besuch der „Alten Shuseikan-Anlage“, die etwa 5,5 km nord-nordöstlich liegt, bietet eine tiefere Perspektung der industriellen Geschichte. Die Region zeichnet sich zudem durch die natürliche Vegetation aus, die einst die Rohstoffbasis für die Holzkohle bildete.