
Guide
Shiroyone Senmaida liegt in der Stadt Wajima in der Präfektur Ishikawa und ist eine wunderschöne Reisterrassenlandschaft direkt am Japanischen Meer. Etwa 1.004 kleine Reisfelder sind entlang der Küstenlinie gestaffelt und erzeugen ein beeindruckendes geometrisches Muster, das optisch in das Meer überzugehen scheint. Diese Landschaft ist nicht nur ein Symbol für die Noto-Halbinsel, sondern wurde auch als „Weltkulturerbe der Landwirtschaft“ anerkannt und ist als bedeutendes Kulturgut der Kategorie „Kulturelle Prachtlandschaft“ gelistet. Die winzigen Felder, von denen einige nur etwa 50 cm quadratisch groß sind, zeugen von der einzigartigen Anpassung des Menschen an die natürliche Topografie.
Die Geschichte von Shiroyone Senmaida reicht bis in die frühe Edo-Zeit zurück. Wasserleitungssysteme wie der Taniyama-Yosui aus dem Jahr 1632 bildeten die Grundlage für die Landwirtschaft in dieser Region. Die tiefe Verbindung zwischen den Menschen und ihrem Land spiegelt sich sogar in der lokalen Poesie wider. Während früher auch die Salzgewinnung an der Küste eine Rolle spielte, liegt der Fokus heute auf dem Erhalt dieser einzigartigen Kulturlandschaft. Lokale Organisationen wie die „Shiroyone Senmaida Aikokai“ setzen sich kontinuierlich für die Bewahrung der traditionellen Anbaumethoden und der visuellen Schönheit der Terrassen ein.

Der größte Reiz liegt im dramatischen Farbwechsel der Jahreszeiten. Im Frühling glänzen die wassergefüllten Felder wie Spiegel unter dem Himmel. Im Sommer bildet das satte Grün der Reispflanzen einen lebhaften Kontrast zum Blau des Meeres, während im Herbst die goldenen Reishalme im Wind wogen. Ein besonderes Highlight ist das Winter-Event „Aze no Kirameki“. Dabei werden etwa 25.000 Solar-LED-Lichter an den Rändern der Terrassen installiert, die nach Sonnenuntergang in wechselnden Farben leuchten und die Landschaft in einen magischen, fast surrealen Raum verwandeln.
Die Landschaft verändert sich je nach Jahreszeit drastisch: Im Frühjahr (ca. Mai) dominieren glitzernde Wasserflächen, im Sommer (Juni bis August) leuchtendes Grün und im Herbst (September bis Oktober) ein prächtiges Gold. Für ein besonderes Erlebnis empfiehlt sich ein Besuch während der nächtlichen Illuminationen im Winter. Über Live-Kameras vor Ort lässt sich zudem der aktuelle Zustand der Felder jederzeit prüfen.

Es gibt das „Besitzer-System“ (Owner System), mit dem man das ganze Jahr über symbolisch ein eigenes Reisfeld besitzen und so zum Erhalt der traditionellen Landschaft beitragen kann. In der Nähe befindet sich zudem der „Michi-no-Eki Shiroyone Senmaida Pocket Park“, wo Besucher lokale Spezialitäten und die reiche Esskultur der Region entdecken können. Es ist der ideale Ort, um die Verbindung zwischen Natur und regionalen Lebensmitteln zu spüren.
In unmittelbarer Nähe zum Shiroyone Senmaida befinden sich Raststationen (Michi-no-Eki) und Parkmöglichkeiten. Die Region bietet zudem wunderschöne Küstenstraßen entlang der Noto-Halbinsel. Da die Region durch das Noto-Halbinsel-Erdbeben beeinflusst sein kann, wird dringend empfohlen, vor der Reise die aktuellen Informationen zur Erreichbarkeit und den lokalen Gegebenheiten zu prüfen.

Da es sich um eine Außenanlage handelt, ist wetterfeste Kleidung ratsam. Besonders im Frühling, Herbst oder bei den nächtlichen Winter-Events sollten Sie warme Kleidung einplanen. Da die Wege teilweise unbefestigt und steil sind, sind feste, bequeme Schuhe unerlässlich. Bitte achten Sie beim Fotografieren darauf, die landwirtschaftlichen Arbeiten nicht zu stören. Für Zahlungen an nahegelegenen Verkaufsständen oder in Raststationen ist oft Bargeld erforderlich.