
Guide
Das Shikoku Karst ist ein beeindruckendes Karstplateau auf einer Höhe von etwa 1.100 bis 1.400 Metern, gelegen an der Grenze zwischen den Präfekturen Ehime und Kochi. Es gilt als eines der drei bedeutendsten Karstgebiete Japans und wird oft als „Paradies über den Wolken“ bezeichnet. Die Landschaft ist geprägt von weiten Grasflächen, die von markanten Kalksteinfelsen (Karrenfelder) und sanften Senken (Doline) durchsetzt sind. Da das Gebiet auch heute noch als Weideland genutzt wird, bieten die grasenden Rinder inmitten der weißen Kalksteine und des tiefblauen Himmels eine fast surreale, idyllische Kulisse. Es ist der perfekte Ort, um dem Alltagsstress zu entfliehen und die Seele in der Natur baumeln zu lassen.
Die Region besitzt eine faszinierende geologische Geschichte. Die Kalksteinkörper entstanden einst aus Korallenriffen auf einer ozeanischen Platte, die während der Perm-Zeit in die heutige Position gehoben wurden. Die Formation ist etwa 15 km lang und 1 bis 2 km breit. Das Gebiet wird als Naturpark streng geschützt, um die einzigartige Schönheit der Landschaft zu bewahren. Zudem ist der Ort als „Himmelsspielplatz“ bekannt und bildet einen Teil der berühmten Shikoku 88 Tempel-Route (als 32. Station der Naturlandschaften).

Die Schönheit des Shikokust Karst erstreckt sich über das gesamte Gebiet. Am westlichen Ende, in der Gegend von Ohnogahara, können Sie die idyllische Weidelandschaft mit den Rindern beobachten. Die Route um den Chihou-Pass ist besonders beliebt bei Autofahrern. Im Osten, bei Tengu Kogen und Himetsurudaira, wird die Landschaft noch dynamischer und imposanter. Ein absolutes Highlight ist die Beobachtung des Sternenhimmels bei Nacht: Da es kaum künstliche Lichtquellen gibt, bietet sich hier ein unvergleichlicher Blick auf die Milchstraße und Sternschnuppen. Ob beim Wandern, Radfahren oder einer Autofahrt – das Panorama ist überall überwältigend.
Das Shikoku Karst zeigt zu jeder Jahreszeit ein anderes Gesicht. Besonders empfehlenswert ist die Zeit vom Frühsommer bis zum Sommer. Die beste Zeit zum Wandern ist etwa von Juni bis Juli, wenn man die frische Brise des Hochlandes genießen kann. Für Autofahrer ist der Tag ideal, wenn der Kontrast zwischen dem blauen Himmel und den weißen Kalksteinen am stärksten ist. Nachts ist die Region ein Paradies für Sternenliebhaber. Wer in einem Cottage oder Campingplatz übernachtet, erlebt die Stille der Nacht unter einem funkelnden Sternenzelt. Wichtig: Ab Ende November kann es aufgrund von Schnee und Eis auf den Straßen zu Sperrungen kommen – prüfen Sie vorab die Wetterlage.

Die Natur hier hautnah zu erleben, ist ein besonderes Abenteuer. Ein Highlight ist das „Cycling über den Wolken“: Mit einem E-Bike (Elektrofahrrad) durch die weiten Landschaften zu gleiten, ist ein unvergleichliches Gefühl von Freiheit. Wanderwege laden dazu ein, die Karstformationen aus nächster Nähe zu studieren. Für Autofahrer ist die Durchquerung der Shikoku Karst Linie (Präfekturstraße 383 aus Ehime) ein Muss. Wer tiefer in die Natur eintauchen möchte, kann in den lokalen Camps oder Cottages übernachten und so die Ruhe der Wildnis voll auskosten.
Da das Gebiet sehr weitläufig ist, bietet jeder Abschnitt andere Reize. Die Gegend um Tengu-no-Mori ist für ihre dramatische Höhe bekannt. Für eine komfortable Übernachtung bieten sich Unterkünfte wie das Himetsurudaira Camp oder lokale Gästehäuser an. Da die Anfahrt sowohl von der Seite von Ehime als auch von Kochi möglich ist, empfiehlt es sich, die Tankstellen im Tal bereits vor der Auffahrt zu nutzen, da die Tankstellen in der Höhe begrenzt sind.