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Shido-ji ist ein Tempel der Shingon-Schule des Shingon-Sekt, gelegen in der Stadt Sanuki, Präfektur Kagawa. Er ist als der 86. Tempel der Shikoku 88 Tempel-Pilgerreise bekannt und trägt den Ehrentitel Fudarakusan oder Seijoko-in. Die Hauptgottheit ist die elfgesichtige Kannon-Bodhisattva. Das Gelände beherbergt zahlreiche historisch wertvolle Bauwerke, darunter die als Kulturschatz ausgewiesene Haupthalle, das Nio-mon-Tor, eine fünfstöckige Pagode und den wunderschönen Zen-Garten 'Musen-tei'. Hinter dem Tempel erstreckt sich das Seto-Inlandsmeer, wodurch eine harmonische Verbindung zwischen der historischen Architektur und der natürlichen Schönheit der Umgebung entsteht.
Die Geschichte von Shido-ji reicht weit zurück. Der Legende nach begann alles im Jahr 625, als ein heiliger Hinoki-Baumstamm in Shido-ura platziert wurde. Im späten 7. Jahrhundert wurde der Ort als 'Shido-Dojo' bekannt und später in 'Shido-ji' umbenannt. Es heißt, dass auch der berühmte Mönch Kobo Daishi an der Renovierung der Anlage beteiligt war. Der Tempel erlebte unter der Schirmherrschaft der Hosokawa-Familie in der Muromachi-Zeit eine Blütezeit und wurde in der Edo-Zeit durch die Matsudaira-Familie wiederaufgebaut. Die heutige Haupthalle und das Nio-mon-Tor stammen aus dem Jahr 1671. Zudem ist der Ort tief in der lokalen Folklore verwurzelt, insbesondere durch die Legende der 'Ama-no-Tamatori' (Schatzentnahme der Meeresfrauen).

Besucher können eine Vielzahl kultureller Schätze bewundern. Die Haupthalle und das Nio-mon-Tor aus der frühen Edo-Zeit sind beeindruckende Zeugnisse historischer Architektur. Die hölzerne, farbenfrohe Statue der elfgesichtigen Kannon gilt als ein kostbares Kunstwerk. Ein weiteres Wahrzeichen ist die 33 Meter hohe fünfstöckige Pagode, die das Landschaftsbild prägt. Ein besonderes Ereignis ist die monatliche Öffnung des Enma-do (Halle des Enma-Königs) am 17. jeden Monats. Auch die Gräber der 'Ama' (Meeresfrauen) erzählen faszinierende lokale Geschichten. Diese Orte bieten eine tiefe Verbindung zur japanischen Geschichte und dem Glauben.
Shido-ji zeigt sich zu jeder Jahreszeit von seiner besten Seite. Im Juli bietet der Tempel besondere spirituelle Momente, wie etwa spezielle Zeremonien oder die Öffnung spezieller Statuen. Die Atmosphäre des 16. Juli, der mit den Legenden der Meeresfrauen verknüpft ist, ist besonders eindrucksvoll. Für eine ruhige Besichtigung empfiehlt sich der frühe Vormittag, wenn die Luft klar und die Tempelanlage friedlich ist. Am späten Nachmittag bietet der Blick auf das Seto-Inlandsmeer eine besonders stimmungsvolle Kulisse für den Abschluss des Tages.

Neben dem spirituellen Besuch können Sie die japanische Gartenkunst hautnah erleben. Der Zen-Garten 'Musen-tei', der von dem berühmten Mori Shimei gestaltet wurde, ist ein absolutes Muss. Vom Veranda-Bereich (Engawa) aus bietet der Blick auf den Karesansui-Garten eine tiefe meditative Ruhe. Auch der 'Kyokusui-Garten' aus der Muromachi-Zeit mit seinem fließenden Wasser ist ein visuelles Highlight. Ein Besuch des 'Otsuji-Brunnens' lässt Sie zudem in die alten Erzählungen der Region eintauchen.
In der Nähe von Shido-ji finden sich weitere historische Stätten wie die Tempel Entsu-ji und Jisho-in. Auch das Grab von Hiraga Gennai ist ein interessanter Ort für Geschichtsinteressierte. Die Kombination aus Tempelbesuch und einem Spaziergang oder einer Fahrt entlang der Küstenlinie des Seto-Inlandsmeeres macht die Region Kagawa zu einem idealen Reiseziel.
Bitte tragen Sie bequemes Schuhwerk, da das Gelände teilweise uneben oder mit Steinpflaster versehen ist. Für Spenden, Amulette (Omamori) oder Tempelstempel (Goshuin) benötigen Sie Bargeld (Japanische Yen), da Kartenzahlung nicht möglich ist. Achten Sie beim Fotografieren darauf, dass das Fotografieren von Statuen oder während Zeremonien oft untersagt ist. Bitte bewahren Sie im Tempelgelände Ruhe und Respekt.