
Guide
Der Kimiidera Garten befindet sich auf dem Gelände des historischen Kimiidera-Tempels im Bezirk Shimizu der Stadt Shizuoka. Dieser als nationales Kulturgut ausgewiesene Garten bewahrt die Gartenbaukunst der frühen Edo-Zeit und nutzt die natürliche Topografie des Geländes für eine harmonische Landschaftsgestaltung. Ein besonderes Merkmal ist die Ästhetik des 'Schoin-Gartens', der darauf ausgelegt ist, von der Veranda des Haupthauses aus betrachtet zu werden. Die Verwendung von feinem Kies, der an die Küstenlandschaften Kyotos erinnert, und die sorgfältige Gestaltung der Oberflächen zeugen von einem hohen ästhetischen Anspruch. Die Lage bietet zudem einen unvergleichlichen Panoramablick auf die Bucht von Suruga, das Nihondaira-Gebirge und die fernen Berge von Izu.
Der Kimiidera-Tempel blickt auf eine lange Geschichte zurück, die bis in die späte 7. Jahrhundert zurückreicht. Er war über Jahrhunderte ein wichtiges Zentrum des Buddhismus in der Provinz Suruga. Besonders bedeutsam ist die Verbindung zu Tokugawa Ieyasu: Es wird überliefert, dass Ieyasu während seiner Jugend in der Region studierte und sogar Anweisungen für die Gestaltung des Gartens gab. Ein weiteres kulturelles Highlight ist die Verbindung zu den Gesandten aus Korea (Chosen Tsushinshi), deren kalligrafische Werke im Tempel zu finden sind und die sogar als Teil des „Memory of the World“-Programms der UNESCO gelten. Dieser Ort ist somit ein Zeugnis des intensiven kulturellen Austausches zwischen Japan und Korea.

Das Herzstück des Gartens ist die dynamische und zugleich filigrane Gestaltung des Wasserlaufs, der in den zentralen Teich mündet. Die Anordnung der Elemente, die angeblich von Tokugawa Ieyasu selbst inspiriert wurde, schafft eine perfekte Harmonie zwischen Natur und Architektur. Auch die Gebäude selbst sind sehenswert: Die 'Daisho-bo' beherbergt wertvolle kalligrafische Schilder, und das 'Schoin' bietet einen Raum von historischer Schwere. Ein absolutes Highlight ist der 'Choon-kaku'-Pavillon. Von hier aus genießen Besucher ein majestätisches Panorama, das die Bucht von Suruga, die Kiefern von Miho und die Gipfel des Izu-Gebirges umfasst. Die Kombination aus Architektur und Garten macht den Ort zu einem lebendigen Kunstwerk.
Der Garten zeigt sich zu jeder Jahreszeit von seiner besten Seite. Im Frühling und Sommer sorgt das satte Grün zusammen mit dem sanften Plätschern des Wassers für eine beruhigende Atmosphäre, während der Herbst die Farbenpracht der Laubfärbung bietet. Besonders empfehlenswert ist ein Besuch am Vormittgen bei Sonnenschein: Das Lichtspiel auf dem Teich und die Textur des Sandes sind dann besonders eindrucksvoll. Da sich das Licht und die Sicht auf die Bucht von Suruga je nach Wetterlage stark ändern können, bietet ein klarer Tag die intensivsten Farben.

In der Stille des Gartens können Sie die traditionelle japanische Ästhetik hautnah erleben. Es ist ein Ort der Kontemplation, an dem man die Welt der Gelehrten und Politiker vergangener Zeiten nachspüren kann. Neben dem Spaziergang durch den Garten können Sie auch die '500 Arhat'-Steinstatuen entdecken, die einen weiteren historischen Aspekt des Geländes beleuchten. Es ist weniger ein Ort für aktive Sportarten, sondern vielmehr ein Ort für die geistige Erholung und Meditation inmitten von Natur und Geschichte.
In der Nähe des Kimiidera-Tempels finden sich weitere historische Stätten. In Gehweite befindet sich beispielsweise die 'Otsu Zagyosho', eine Villa aus der Edo-Zeit, die das historische Flair der Region perfekt ergänzt. Ein Rundgang durch diese Gegend ermöglicht ein tieferes Verständnis der kulturellen Bedeutung der Region Shizuoka.

Bitte achten Sie beim Besuch der Gebäude auf angemessene Kleidung. Da man in viele Bereiche des Tempels nicht mit Schuhen eintreten darf, empfehlen wir bequemes Schuhwerk und saubere Socken. Die Zahlung der Eintrittsgebühren erfolgt in bar (Japanische Yen). Da es sich um eine heilige Stätte handelt, wird um Ruhe gebeten. Die Nutzung von Kameras ist in den Gebäuden oft eingeschränkt; bitte achten Sie auf die örtlichen Anweisungen. Obwohl die Beschilderung vor Ort teilweise auf Japanisch ist, ist die Atmosphäre durch die allgemeine Ruhe sehr einladend.