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Saikoku-ji ist ein bedeutender Tempel der Shingon-Schule in Onomichi, Präfektur Hiroshima. Er ist so groß und bedeutsam, dass er oft als „der größte Tempel im Westen“ bezeichnet wird und eine herausragende historische Stellung in der Region Onomichi einnimmt. Die Legende besagt, dass der Tempel in der Tenpyo-Ära vom Mönch Gyoki gegründet wurde. Die Atmosphäre auf dem Gelände ist geprägt von tiefer Spiritualität und Stille. Zu den architektonischen Highlights gehören der als wichtiges Kulturgut eingestufte Hondo (Haupttempel), der dreistöckige Pagoden-Turm und das markante Nio-mon-Tor, das eine einzigartige Ästhetik bietet.
Die Geschichte des Tempels reicht weit zurück. Er wurde gegründet, nachdem der Mönch Gyoki in der Tenpyo-Ära (729–749 n. Chr.) eine Vision des Gottes Kamo Myojin hatte. In der Heian-Zeit war der Tempel so wohlhabend, dass er über 100 Untertempel besaß. Trotz zahlreicher Brände in der Geschichte wurde der Tempel stets durch die Unterstützung mächtiger Familien wiederaufgebaut. Der heutige Hondo wurde 1386 von der Familie Yama na errichtet und repräsentiert den prächtigen Baustil der Muromachi-Zeit. Auch der dreistöckige Pagoden-Turm, der durch eine Spende des Shoguns Ashikaga Yoshinori entstand, zeugt von der langen und bewegten Geschichte Japans.

Besuchen Sie die kostbaren Kulturgüter von Saikoku-ji. Ein besonderer Blickfang ist das Nio-mon-Tor aus der frühen Edo-Zeit, an dem zwei riesige Strohsandalen (Waraji) von etwa 2 Metern Höhe hängen – ein seltener Anblick. Der Hondo, ein national geschütztes Kulturgut, beherbergt im Inneren eine hölzerne Statue des Yakushi Nyorai aus der späten Heian-Zeit. Zudem ist der durch Ashikaga Yoshinori gestiftete Pagoden-Turm ein zentrales Element der historischen Kulisse. Der Tempel bewahrt zudem zahlreiche buddhistische Artefakte aus der Tang- und Kamakura-Zeit, die die Tiefe der japanischen buddhistischen Kultur verdeutlichen.
Saikoku-ji zeigt sich zu jeder Jahreszeit von seiner besten Seite. Besonders im Frühling ist die Szenerie am Nio-mon-Tor mit den blühenden Kirschbäumen entlang der Korridore atemberaubend schön. Ein Besuch bei Tageslicht eignet sich hervorragend, um die Details der Architektur und die riesigen Strohsandalen zu bewundern. Gegen Abend wird die Atmosphäre deutlich ruhiger und meditativer, was ideal für eine stille Andacht ist. Zu bestimmten Zeiten finden auch spezielle Zeremonien wie Goma-Feuerrituale statt, die eine tiefere spirituelle Erfahrung ermöglichen.

Neben dem Besichtigen bietet Saikoku-ji die Möglichkeit, an traditionellen japanischen Gebeten teilzunehmen, wie etwa für die Gesundheit, den Schutz der Familie oder den schulischen Erfolg. Das Goma-Feuerritual, bei dem Gebete mit heiliger Flamme vollzogen werden, ist ein besonderes Highlight (bitte vorab prüfen, ob eine Reservierung nötig ist). Ein weiteres wichtiges Element ist das Sammeln von Goshuin (Tempelstempeln), die als spirituelles Andenken an die Pilgerreise dienen.
Der Tempel ist Teil der historischen Stadtstruktur von Onomichi. In der Nähe befinden sich weitere Tempel der Pilgerwege (wie die Chugoku 33 Kannon Route). Ein beliebter Ausflug ist die Kombination mit dem nahegelegenen Senko-ji Tempel. Nach dem Besuch des Saikoku-ji können Sie die charmanten Gassen von Onomichi mit ihren steilen Straßen, Cafés und historischen Häusern erkunden, was eine perfekte Ergänzung für Ihre Reise durch die Seto-Inselregion darstellt.
