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Saidaiji Eyo ist ein traditionelles Ritual, das im Saidaiji (Kannon-in), einem bedeutenden Tempel der Koya-Shan Shingon-Schule in der Stadt Okayama, durchgeführt wird. Es ist auch als 'Naked Festival' (Hadaka Matsuri) bekannt und zählt zu den drei außergewöhnlichsten Festen Japans. Das Ereignis findet jedes Jahr am dritten Samstag im Februar statt. Wenn Männer in traditionellen Lendenschurzen (Mawashi) heftig um die als Glücksbringer geltenden 'Shingi' (heilige Holzstäbe) kämpfen, ist die Atmosphäre so intensiv, dass sie die Zuschauer vollkommen in den Bann zieht. Dieser Wettkampf um den Titel des 'Fukuo' (Glücksmann) ist ein unverwechselbares Spektakel der Saidaiji-Tempel.
Die Wurzeln dieses Festes reichen weit zurück bis in die Nara-Zeit. Es begann mit dem Neujahrsgebet (Shushekai), das von dem Schüler des berühmten Mönchs Ryoben aus dem Todai-ji-Tempel dargebracht wurde. Die heutige Form des 'nackten Kampfes um Holzstäbe' entwickelte sich um das Jahr 1510. Damals stürmten die Menschen herbei, um die verteilten Schutzamulette zu erhalten, und mussten sich teilweise entkleiden, um sich frei bewegen zu können. Seit Jahrhunderten ist dieses Ritual ein fester Bestandteil der lokalen Identität und Glaubenspraxis.
Der Höhepunkt ist das Werfen der Holzstäbe in der Nacht und der darauffolgende Kampf. Sobald die zwei Shingi-Stäbe aus dem Fenster des Hauptgebäudes geworfen werden, stürzen sich etwa 10.000 Männer unter den Rufen 'Wassho, Wassho!' darauf. Wer die Stäbe ergreift und es bis zum Nio-Tor schafft, gilt als der 'Glücksmann' des Jahres. Auch die Vorzeremonien, wie das Schnitzen der Stäbe und die Reinigungsrituale der Frauen, tragen zur feierlichen Stimmung bei. Das dynamische Geschehen vor der Kulisse der historischen Tempelarchitektur, einschließlich des Hauptgebäudes und der Pagode, ist absolut einzigartig.
Saidaiji Eyo ist ein saisonales Ereignis, das nur einmal im Jahr am dritten Samstag im Februar stattfindet. Das Hauptereignis – das Werfen der Stäbe – findet gegen 22:00 Uhr statt. Da es eine Nachtveranstaltung ist, herrscht zu dieser Zeit eine enorme Energie. Da die Zeremonien bereits Tage im Voraus beginnen, bietet der Tempel über den gesamten Zeitraum hinlich verschiedene Facetten. Der Kontrast zwischen der eisigen Winternacht und der Hitze der Menge ist ein besonderes Merkmal.
Als Zuschauer können Sie das Geschehen von speziellen, kostenpflichtigen Sitzplätzen aus verfolgen. Wer selbst als 'Glücksmann' teilnehmen möchte, muss sich vorab anmelden, die vorgeschriebene Schürze (Mawashi) tragen und strenge Regeln befolgen (z. B. kein Schmuck oder Brillen). Die Teilnahme ist Männern ab der Mittelstufenschule vorbehalten. Es gibt auch eine Version für Kinder, das 'Shonen Hadaka Matsuri', was die breite soziale Bedeutung des Festes unterstreicht.
Die Umgebung des Saidaiji-Tempels ist reich an historischer Architektur. Neben dem Tempel selbst gibt es bedeutende Kulturgüter wie die Glocke aus der Joseon-Dynastie und das Nio-Tor. Auch außerhalb der Festtage ist ein Besuch sehr empfehlenswert. In der Nähe finden Sie lokale Spezialitäten wie die traditionellen 'Sasa-no-ha Senbei' (Bambusblatt-Cracker).