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Rokkakudo Chofuji, gelegen im Stadtteil Nakagyo-ku in Kyoto, ist ein Tempel der Tendai-Schule. Er ist unter dem Namen „Rokkakudo“ (Sechseckiger Tempel) weithin bekannt, da die Haupthalle eine einzigartige sechseckige Grundform besitzt. Ein besonderes Alleinstellungsmerkmal ist die Rolle des Tempels als Geburtsort der „Ikebana“ (japanische Blumenkunst). Die Ikenobo-Schule, eine der renommiertesten Meister der Ikebana, ist eng mit dem Tempel verbunden, und der Geist der rituellen Blumenopfer für die Gottheiten wird hier bis heute gepflegt. Zudem ist der Tempel ein wichtiger Wallfahrtsort: Er bildet die 18. Station der Saigoku 33 Kannon-Wallfahrt und die 1. Station der Rakuo 33 Kannon-Wallfahrt.
Die Legende des Tempels reicht bis in die Asuka-Zeit zurück. Es heißt, dass die Nyoirin Kannon-Statue, die mit dem Prinzen Shotoku in Verbindung gebracht wird, an diesem Ort gelandet sei. Der Tempel wurde gegründet, um für den Sieg und das Wohlergehen zu beten. Eine faszinierende Legende besagt sogar, dass sich der Tempel während der Erbauung der Heian-kyo-Stadt aufgrund von Straßenänderungen „selbst bewegt“ habe. In der Muromachi-Zeit festigte Rokkakudo seine Rolle als kulturelles Zentrum durch die Entwicklung der Ikebana-Kunst. Auch die historische Bedeutung des Ortes zeigt sich darin, dass hier einst die traditionelle Ziehung der Lottozahlen für das Gion-Matsuri-Fest stattfand.

Das markanteste Merkmal ist die sechseckige Haupthalle, die Besucher durch ihre geometrische Form beeindruckt. Die Hauptgottheit, die Nyoirin Kannon, wird seit Jahrhunderten verehrt. Ein weiteres Highlight ist die als Kulturgut eingestufte Holzstatue von Bishamonten. Auch die anderen Gebäude wie die Glockenturm-Struktur (Shoro) vermitteln ein tiefes Gefühl für die Geschichte Kyotos. Die wechselnden Blumenarrangements und saisonalen Zeremonien machen den Besuch zu einem kulturellen Erlebnis der besonderen Klasse.
Der Tempel bietet das ganze Jahr über kulturelle Highlights. Im Frühling und Herbst finden oft spezielle Ikebana-Ausstellungen statt, bei denen die Schönheit der saisonalen Flora im Fokus steht. Am 8. April wird das „Hanamatsuri“ (Geburtstag von Buddha) gefeiert, bei dem oft besonderer süßer Tee (Amacha) angeboten wird. Im Juli ist zudem das lokale Fest „Karasaki Myojin“ ein Highlight. Für eine besonders friedliche Atmosphäre empfiehlt sich ein Besuch am frühen Morgen (Öffnung ab 06:00 Uhr), wenn die Stadt noch ruhig ist.
Besucher können hier die tiefe Spiritualität der Ikebana-Kunst hautnah erleben. Ein besonderes Souvenir ist das „Hato Mikuji“ (eine Glücksbotin in Form einer Taube), das als Symbol des Glücks gilt. Auch die Sammlung von speziellen Goshuin (Tempelstempeln) mit kunstvollen Designs ist eine beliebte Aktivität. Ob als Teil einer Pilgerreise oder als kulturelle Entdeckung – Rokkakudo bietet authentische Einblicke in das spirituelle Japan.
Da sich der Tempel im Zentrum von Kyoto befindet, ist er ideal mit dem öffentlichen Nahverkehr erreichbar. Nach dem Besuch können Sie die umliegenden Cafés und historischen Gassen in der Nähe der Karasuma-Straße erkunden. Die Lage ist perfekt, um den Tempelbesuch mit einem Stadtbummel zu verbinden.
Bitte bewahren Sie beim Besuch die Ruhe und respektieren Sie die religiösen Abläufe. Für den Erwerb von Talismanen (Omamori) oder Goshuin ist Bargeld (Münzen) erforderlich. Achten Sie beim Fotografieren auf die lokalen Schilder, da in einigen Bereichen der Innenräume keine Aufnahmen erlaubt sind. Eine angemessene, dezente Kleidung wird empfohlen.