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Rikugien ist ein bedeutender Wandelgarten (Kaiyu-shiki-kaiyu-teien) im Stadtteil Bunkyo, Tokio, der in der Edo-Zeit angelegt wurde. Er ist als „Besondere Schönheit“ (Tokubetsu Meisho) staatlich anerkannt und gilt als einer der prächtigsten japanischen Gärten Japans. Der Garten ist um einen zentralen großen Teich herum gestaltet, wobei Hügel (Tsukiyama), Pfade und Teehäuser die Landschaft strukturieren. Mit jedem Schritt offenbart sich eine neue Perspektive auf die harmonische Natur.
Die Geschichte des Gartens begann im Jahr 1695 (Genroku 8) unter der Gestaltung von Yanagisawa Yoshiaki. Der Name „Rikugien“ leitet sich aus einem chinesischen Gedicht ab und bedeutet „Garten der sechs Dichtungen“. Über die Jahrhunderte wechselte der Besitz von der Familie Yanagisawa zur Familie Iwasaki, bevor der Garten unter die Verwaltung der Stadt Tokio kam. Viele Elemente, wie die Steinsetzungen am Teichufer, sind von literarischen Motiven und der Mythologie der Unsterblichkeit (Shinsen-Philosophie) inspiriert.

Der Garten bietet vielfältige visuelle Erlebnisse. Ein Highlight ist die große „Shidare-zakura“ (Hängende Kirsche) in der Nähe des Eingangs, die Ende März ihre volle Pracht entfaltet. Die Inseln im Teich und die Aussicht vom Ufer bei „Deshio-minato“ bieten eine friedliche Kulisse, die man in der hektischen Stadt Tokio kaum vermutet. Weitere wichtige Orte sind das historische „Uchi-ni-dai-mon“ Tor, die „Togetsu-kyo“ Brücke und der Hügel „Fujishiro-toge“, die die topografische Schönheit des Gartens unterstreichen.
Rikugien zeigt sich zu jeder Jahreszeit von einer anderen Seite. Im Frühling locken die hängenden Kirschblüten, während der Herbst durch eine leuchtende Laubfärbung an den Teichen und Hügeln besticht. Im Winter bietet die „Yukitsuri“-Technik (Schutz der Bäume vor Schnee) ein ästhetisches Bild. Besonders empfehlenswert sind die speziellen Abend-Illuminationen während der Kirschblüten- und Herbstlaubzeit, die den Garten in ein magisches Licht tauchen.

Besucher können die traditionelle japanische Architektur erleben, etwa in den Teehäusern „Tsutsuji-chaya“ oder „Takimi-chaya“, die zum Verweilen einladen. Ein Spaziergang über den schmalen „Kumo-no-ito“-Pfad (Spinnfaden-Pfad) oder eine Wanderung um den Teich ermöglicht ein tiefes Eintauchen in die gestaltete Natur. Es ist eine ideale Gelegenheit, die Verbindung von Natur und menschlicher Kunstfertigkeit zu verstehen.
Rikugien liegt im Stadtteil Komagome in Bunkyo-ku, Tokio. Die Umgebung ist geprägt von einer ruhigen, historischen Atmosphäre. Ein Rundweg durch die umliegenden historischen Gärten, wie den Koishikawa Korakuen, lässt sich hervorragend mit einem Besuch von Rikugien kombinieren.

Für einen komfortablen Aufenthalt empfehlen wir festes Schuhwerk, da der Garten Hügel und unebene Pfade besitzt.