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Reikan-ji (Reikan-ji) ist ein Tempel der Rinzai-Schule (Nanzen-ji-Zweig) im Bezirk Sakyo-ku, Kyoto. Er ist seit jeher als „Tani-no-Gosho“ oder „Tempel der Kamelien“ bekannt und blickt auf eine lange Geschichte als Kloster für kaiserliche Frauen zurück. Der Tempel liegt eingebettet in eine naturbelassene Umgebung. Besonders berühmt ist er für seine Kamelien-Sammlung, die von dem Kaiser Go-Mizuko bevorzugt wurde; über 100 verschiedene Arten blühen hier. Darunter befindet sich auch die als Naturdenkmal von Kyoto ausgezeichnete „Nikko-Tsubaki“. Die Gärten zeigen je nach Jahreszeit ein wechselndes Gesicht und bieten Besuchern tiefe Ruhe und Erholung.
Die Geschichte des Tempels begann mit dem Rückzugsort von Michihime, einer Dienerin von Kaiser Go-Yozei. Im Jahr 1643 wurde der Tempel durch Kaiser Go-Mizuko zu einer bedeutenden Anlage umgestaltet. Seitdem hat der Ort eine enge Verbindung zum kaiserlichen Hof, da mehrere kaiserliche Töchter hier lebten. Auch die Verbindung zum Shogunat ist spürbar, da die Haupthalle unter anderem durch Spenden von Tokugawa Ienari unterstützt wurde. Ein besonderes Merkmal ist, dass viele Gebäude ursprünglich aus dem Kaiserpalast (Kyoto Gosho) versetzt wurden, was den Tempel zu einem lebendigen Zeugen der Architekturgeschichte macht.

Reikan-ji beherbergt zahlreiche Kulturgüter. Die Haupthalle (Hondo), die dem 11. Tokugawa-Shogun zugeschrieben wird, ist ein ausgewiesenes Kulturgut der Stadt Kyoto. In den Schrein- und Eingangsbereichen finden sich zudem Gebäude, die ursprünglich zum Palast von Kaiser Go-Sai gehörten. Die Schowin-Räume (Studierzimmer) sind mit prachtvollen Wandmalereien (Fusuma-e) berühmter Meister wie Kano Motonobu, Kano Eitoku und Maruyama Okyo geschmückt. Ein weiteres Highlight ist der Myoken-gu Schrein, der Myoken Bosatsu und Fudo Myoo verehrt. Er dient als wichtiger Ort für die spirituelle Pilgerreise der „Kyoto 12 Tierkreiszeichen“. Der wunderschöne Teichgarten (Chisen-kansho-teki en) verbindet Architektur und Natur zu einem harmonischen Ganzen.
Die wechselnden Jahreszeiten machen einen Besuch besonders reizvoll. Im Frühsommer stehen die farbenprächtigen Kamelien im Fokus, die den Garten in ein sattes Grün und bunte Blüten tauchen. Im Herbst verwandelt sich die Anlage durch die leuchtende Färbung des Laubs in ein herbstliches Paradies, das perfekt mit der historischen Architektur harmoniert. Für die beste Lichtstimmung empfiehlt sich ein Besuch am Vormittag, wenn das Sonnenlicht sanft durch die Blätter der Bäume fällt und die Farben des Gartens besonders intensiv zur Geltung bringt. Wer absolute Stille sucht, sollte die frühen Morgenstunden wählen.

Neben dem regulären Besuch bietet Reikan-ji gelegentlich besondere Möglichkeiten. Bei speziellen Öffnungen im Rahmen der „Kyoto 12 Tierkreiszeichen-Pilgerreise“ können Besucher manchmal Einblick in Bereiche erhalten, die normalerweise nicht zugänglich sind, wie etwa die Betrachtung heiliger Schwerter oder die tiefergehende Verehrung von Myoken Bosatsu. Auch die Kombination mit einem Besuch umliegender Schreine (wie dem Otento Okazaki-Schrein) ermöglicht eine kulturelle Reise durch die Geschichte der Tierkreiszeichen. Es ist eine Gelegenheit, die tiefe spirituelle Kultur Japans hautnah zu erleben.
Der Tempel liegt in der geschichtsträchtigen Higashiyama-Region von Kyoto. In der Nähe befindet sich der Otento Okazaki-Schrein, der für seine Hasen-Statue und Glücksbote bekannt ist. Auch der Jodo-Tempel Konkai Komyoji liegt in der Nähe, was die Gegend zu einem idealen Ziel für eine Tempel- und Schreintour macht. Die gesamte Umgebung ist geprägt von einer ruhigen, natürlichen Atmosphäre, die ideal zum Wandern und Entspannen ist.
Bitte beachten Sie bei Ihrem Besuch die folgenden Punkte: