
Guide
Die Osaka-jo Ishigaki Sekiridobato-ato auf der Insel Shodoshima (Präfektur Kagawa) ist eine historische Stätte, die als Steinbruch für die massiven Mauern der Burg Osaka diente. Besonders bekannt ist der Bereich um den „Tengu-iwa“. Dieser gigantische Granitblock ist 7 Meter hoch und hat einen Umfang von 35 Metern. Er verdeutlicht eindrucksvoll die gewaltigen Dimensionen der damaligen Steinbruchaktivitäten und lässt die Geschichte der Steinbearbeitung inmitten der Natur von Shodoshima lebendig werden.
Die Geschichte dieses Ortes reicht bis in die Zeit der Errichtung der Burg Osaka durch Toyotomi Hideyoshi und deren spätere Rekonstruktion unter dem Tokugawa-Shogunat zurück. Während anfangs Steine aus Regionen wie Ikoma oder Rokko verwendet wurden, verlagerte sich die Gewinnung aufgrund der leichteren Transportwege über das Meer zunehmend auf die Inseln im Seto-Binnenmeer. Die Steinbruchreste, einschließlich des Tengu-iwa, werden dem Chikuzen Kuroda-Clan zugeschrieben. Aufzeichnungen aus dem Jahr 1621 belegen, dass der Abbau mit Erlaubnis des damaligen Herrschers Kobori Enshu begann. Die gewonnenen Steine wurden für entscheidende Bauphasen der Burg Osaka verwendet.

Das absolute Highlight ist der „Tengu-iwa“. Dieser massive Granitblock ist ein Zeugnis sowohl der natürlichen Schönheit als auch der menschlichen Ingenieurskunst. In der Umgebung wurden insgesamt 1612 Steine dokumentiert, was darauf hindeutet, dass dies einer der größten Steinbrüche der Region war. Ein faszinierendes Detail sind die 38 verschiedenen Arten von Markierungen (Einschriften) auf den Steinen, die helfen zu identifizieren, welcher Stein wohin transportiert wurde. Weitere nahegelegene Fundstätten wie Tofu-ishi, Kamezaki oder Nanaya bieten jeweils eigene historische Einblicke.
Da sich die Stätte in einer natürlichen Umgebung befindet, variiert die Atmosphäre je nach Jahreszeit. An sonnigen Tagen lassen sich die Textur des riesigen Felsens und die feinen Meißelmarkierungen besonders gut erkennen. Da die Anlage im Freien liegt und keine künstliche Beleuchtung besitzt, empfehlen wir einen Besuch während der hellen Tagesstunden.

Besucher können hier weit mehr als nur eine Landschaft sehen; es ist eine Reise in die Logistik und die Ingenieurskunst der frühen Edo-Zeit. Wenn man vor dem riesigen Felsen steht, spürt man die enorme Anstrengung der damaligen Steinmetze. Das Suchen nach den alten Schriftzeichen und Symbolen auf den Steinen verleiht dem Besuch einen spannenden, fast detektivischen Charakter.
Shodoshima bietet neben diesen historischen Stätten auch zahlreiche malerische Naturlandschaften. Sie können die Besichtigung des Steinbruchs ideal mit einer Erkundungstour durch die Natur der Insel verbinden.