
Guide
Das Dorf Ono (Ono-shuraku) liegt in den Stadtteilen Shimoo-no und Kami-no in der Stadt Nagasaki sowie in den Gebieten Koshikubi und Tsuji. Es ist ein historisch äußerst bedeutsamer Ort. Die größte Faszination liegt in der Tatsache, dass die kulturelle Landschaft, die zeigt, wie die Menschen während der Zeit des Christenverbots ihren Glauben bewahrten, bis heute erhalten geblieben ist.
Ono-shuraku ist als Teil des UNESCO-Welterbes „Hidden Christian Sites in the Nagasaki and Amakusa Regions“ anerkannt. Die Landschaft ist geprägt von kunstvollen Steinmauern an steilen Hängen und erzählt die Geschichte der „versteckten Christen“ (Kakure Kirishitan), die unter dem Deckmantel von Shinto-Schreinen ihren Glauben praktizierten.
Die Geschichte der Christen in Ono geht auf das Jahr 1599 zurück, als die Familie Katate aus der Region Hirado in dieses Gebiet floh. Aufgrund der geografischen Isolation und der politischen Lage als Teil des Saga-Clans war das Gebiet ideal, um den christlichen Glauben im Verborgenen zu bewahren. Die Bewohner agierten nach außen hin als gläubige Shinto-Anhänger und pflegten die lokalen Schreine (Ono-Schrein, Kado-Schrein und Tsuji-Schrein), während sie im Inneren heimlich christliche Riten vollzogen.

Die drei Schreine im Dorf dienten nicht nur als lokale Schutzgottheiten, sondern als „Hüllen“, um den Glauben zu verbergen. Besonders der Ono-Schrein hatte eine hohe Bedeutung, da die Dorfvorsteher über Generationen hinkunden.
Die als wichtiges Kulturgut eingestufte Ono-Kirche symbolisiert die Zeit, als das Verbot des Christentums aufgehoben wurde. Sie wurde 1877 mit der Unterstützung der Gläubigen errichtet, nachdem Pater de Rotz in Sotome stationiert worden war.
Auf einem abgelegenen Gemeinschaftsfriedhof finden sich Relikte der harten Zeiten. Fundstücke wie Kreuze und Rosenkränze zeugen von der tiefen, oft gefährlichen Hingabe der Menschen.
Am besten erkundet man das Dorf zu Fuß.
Ein Spaziergang durch das Dorf lässt die Geschichte hautnah spüren. Man kann die Symbiose aus Natur, Shinto-Schreinen und dem verborgenen Glauben erleben. Das Dorf ist Teil der UNESCO-Region „Sotome“. Besuchen Sie auch das Dorf Shitsu (ca. 3 km nördlich), das eng mit der Geschichte von Pater de Rotz verbunden ist.