
Guide
Die Kyū Enshū Kokuhōtoku-sha Kōkōdō (Große Halle der Dai Nippon Hōtokusha) in der Stadt Kakegawa, Präfektur Shizuoka, ist ein als national bedeutsames Kulturgut ausgewiesenes Gebäude. Dieses im Meiji-Zeitalter errichtete Bauwerk besticht durch ein Design, das traditionelle japanische Elemente wie das Dach aus japanischen Ziegeln und weiße Putzwände mit westlich inspirierten, abgerundeten Fenstern kombiniert. Als eine der zweitältesten öffentlichen Hallen Japans stellt sie ein unschätzbares kulturelles Erbe dar. Die majestätische Fassade aus weißen Wänden und dunklen Ziegeln vermittelt Besuchern sofort das Gefühl historischer Tiefe.
Das Gebäude wurde im Jahr 1903 (Meiji 36) als Zentrum der Hōtoku-Bewegung errichtet und trug ursprünglich den Namen „Enshū Kokuhōtoku-sha Nōgakusha Kōkōdō“. Am 30. Juni 2009 wurde es offiziell als nationales wichtiges Kulturgut eingestuft. Dank der Unterstützung durch die Präfektur Shizuoka, die Stadt Kakegawa sowie Spenden lokaler Unternehmen und Bürger wurde das Gebäude durch Restaurierungs- und Erdbebensicherungsmaßnahmen erhalten. Über Jahrzehnte hinweg diente es als wichtiger Ort für regionale Versammlungen, Vorträge und Schulungen und spielte eine zentrale Rolle bei der Verbreitung des Hōtoku-Geistes.
Das herausragendste Merkmal ist die einzigartige Architektur. Obwohl es sich um ein zweistöckiges Holzgebäude im japanischen Stil handelt, ist das Innere so konzipiert, dass es von einem umlaufenden Korridor umschlossen wird. Im Erdgeschoss befindet sich eine beeindruckende Halle mit 81 Tatami-Matten und einem fest installierten Podium. Das Obergeschoss zeichnet sich durch eine offene, luftige Galerie-Struktur aus, die einen Blick von oben in den Raum ermöglicht. Die Kombination aus dem schweren Ziegeldach, den weißen Wänden und den westlich anmutenden Fenstern macht die Architektur zu einem faszinierenden Exponat der kulturellen Synthese.
Die Umgebung des Gebäudes ist mit Kiefern und Laubbäumen wie Ginkgo geschmückt, die je nach Jahreszeit ein anderes Gesicht zeigen. Besonders im Herbst (Oktober bis November) bietet die Färbung der Blätter eine malerische Kulisse für das historische Gebäude. Ein Besuch während der hellen Tagesstunden ist ideal, um den starken Kontrast zwischen den weißen Wänden und dem blauen Himmel für beeindruckende Fotografien einzufangen.
Besucher können hier die Geschichte der modernen japanischen Architektur hautnah erleben. Durch das Betreten der weitläufigen Tatami-Flächen im Erdgeschoss und das Betrachten der Galerie im Obergeschoss wird die damalige Handwerkskunst greifbar. Da das Gebäude auch heute noch für lokale Veranstaltungen genutzt wird, bleibt es ein lebendiges Stück Kultur.
Die Region um Kakegawa ist reich an historischen Stätten. Dieses Gebäude ist nach der Burg Kakegawa eines der wenigen bedeutenden Kulturgüter der Stadt und lässt sich hervorragend in einen Rundgang durch die historische Burgstadt integrieren.
Da es Bereiche mit Tatami-Matten gibt, empfehlen wir das Tragen von Socken, da die Schuhe vor dem Betreten ausgezogen werden müssen. Bitte verhalten Sie sich im Gebäude ruhig und respektvoll, da es sich um ein geschütztes Kulturgut handelt. Für die Zahlung der Eintrittsgebühr ist Bargeld erforderlich. Die Nutzung von Kameras sollte gemäß den örtlichen Anweisungen erfolgen.