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Das Alte Thomas-Haus (Kazamidori-no-Yakata) ist ein bedeutendes historisches Gebäude in der Kitano-Region von Kobe, Hyogo, und ist als nationales Kulturgut Japans eingestuft. Es wurde 1904 als Residenz für den deutschen Kaufmann Gottfried Thomas erbaut. Das Gebäude besticht durch sein imposantes Design im Neo-Barock-Stil, wobei der goldene Wetterhahn auf dem Dach zu einem der bekanntesten Wahrzeichen des Kobe Ijinkan-Viertels geworden ist. Die Architektur ist architektonisch vielschichtig: Das Erdgeschoss besteht aus Granit, das erste Stockwerk aus massiven Backsteinen und das zweite Stockwerk weist eine charmante Holz-Fachwerkstruktur (Half-Timber) auf.
Das Haus wurde nach Entwürfen des deutschen Architekten Georg de Lalande entworfen und vereint deutsche Schwere mit dem Jugendstil (Art Nouveau) der Jahrhundertwende. Die Geschichte des Hauses ist eng mit den diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen Japans verknüpüpft. Ein interessanter historischer Aspekt ist die Zeit des Ersten Weltkriegs, als die Bewohner aufgrund der politischen Lage Schwierigkeiten hatten, nach Deutschland zurückzukehren. Später diente das Gebäude unter anderem als Wohnheim für die Kobe Chinese School. Seit 1978 ist es als nationales Kulturgut geschützt und bewahrt die internationale Geschichte der Stadt Kobe.
Das absolute Highlight ist die Kombination aus der massiven Backsteinfassade und dem markanten Wetterhahn auf dem Dach. Im Inneren des Hauses können Besucher eine Zeitreise erleben: Die Räume sind mit Originalmöbeln, Fotos der Familie Thomas und antiken westlichen Puppen ausgestattet, die das tägliche Leben der damaligen Zeit visualisieren. Das Erdgeschoss umfasst eine zentrale Halle, ein Wohnzimmer mit Nische, ein Arbeitszimmer und ein Esszimmer. Im Obergeschoss befinden sich Schlafzimmer, Kinderzimmer und ein Balkon. Ein besonderes Detail ist das geheimnisvolle kleine Zimmer unter dem Dach, das durch eine verschließbare Tür auffällt und die architektonische Neugier weckt.
Ein Besuch bei Tageslicht ist ideal, um die Textur der Backsteine, die feinen Holzschnitzereien und den glänzenden Wetterhahn in voller Pracht zu bewundern. Die Architektur wirkt besonders harmonisch im sanften Licht der Vormittags- oder Nachmittagsstunden. Bitte beachten Sie, dass aufgrund von laufenden Erdbeben-Sicherheitsmaßnahmen der Zeitplan für die Besichtigungen variieren kann. Es wird empfohlen, vorab die aktuelle Öffnungssituation zu prüfen.
Durch die Ausstellungen können Besucher hautnah miterleben, wie die westliche Kultur während der Meiji- und Taisho-Ära in Japan Fuß fasste. Die antiken Einrichtungsgegenstände vermitteln ein authentisches Gefühl für das Leben eines deutschen Kaufmanns in Japan. Ein Spaziergang durch das umliegende Kitano-Viertel ergänzt das Erlebnis und lässt die internationale Geschichte von Kobe lebendig werden.
Das Alte Thomas-Haus liegt im Herzen des historischen „Ijinkan-Viertels“. In der unmittelbaren Umgebung finden Sie weitere beeindruckende westliche Villen wie das „Sharp Residence“, das „Uroko-Haus“ (Uroko Museum) oder das „Italian House/Platon Decoration Museum“. Ein Rundgang durch diese Gebäude bietet ein umfassendes Verständnis der kulturellen Austauschgeschichte von Kobe.
Da es sich um ein historisches Gebäude mit Treppen und unebenen Böden handelt, wird das Tragen von bequemen Schuhen dringend empfohlen. Um die wertvollen Kulturgüter zu schützen, ist das Berühren der Exponate untersagt. Bitte prüfen Sie vorab auf der offiziellen Website, ob das Gebäude aufgrund von Renovierungsarbeiten derzeit zugänglich ist. Die Bezahlung erfolgt oft nach spezifischen Regeln vor Ort; halten Sie für kleinere Ausgaben ggf. Bargeld bereit.