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Das Nihon Mingeikan wurde 1936 gegründet, um die Schönheit des traditionellen japanischen Handwerks zu bewahren. Es vermittelt die Philosophie des 'Mingei' (Volkskunst), die von Soetsu Yanagi geprägt wurde. Diese Lehre besagt, dass wahre Schönheit in den einfachen, alltäglichen Gegenständen liegt, die im täglichen Leben verwendet werden. Das Gebäude selbst ist ein historisches Monument, das die Atmosphäre der damaligen Zeit perfekt einfängt und zusammen mit den Exponaten ein tiefes Verständnis für die japanische Ästhetik ermöglicht.
Das Museum wurde 1936 in der damals vorstädtischen Gegend von Komaba errichtet, die damals von Reisfeldern und Bambushainen umgeben war. Seit jeher trägt der Ort die Verantwortung, die traditionelle japanische Schönheit zu bewahren. Zu den bedeutenden Persönlichkeiten, die das Museum geprägt haben, gehören der Gründer Soetsu Yanagi, Shoji Hamada, Sori Yanagi sowie der moderne Produktdesigner Naoto Fukasawa. Es ist weit mehr als ein reines Kunstmuseum; es ist ein lebendiges Kulturerbe, das die Schönheit des Lebens sucht.
In den Ausstellungsräumen finden Sie Keramik, Lackwaren und Textilien aus ganz Japan. Ein besonderes Merkmal ist die minimalistische Beschilderung: Anstatt sich auf theoretische Klassifizierungen zu stützen, folgt das Museum der Überzeugung von Soetsu Yanagi, dass man sich ganz intuitiv und achtsam dem Objekt vor sich widmen sollte. Achten Sie auch auf die Architektur des Hauptgebäudes: Das Erdgeschoss mit seinen Böden aus Oya-Stein und den traditionellen Shoji-Papierwänden ist eine harmonische Mischung aus japanischem Stil und moderner Ästhetik. Im hinteren Teil des Geländes befindet sich zudem ein modernerer Ausstellungsraum aus Stahlbeton (fertiggestellt 1983) für größere Sonderausstellungen.
Das Nihon Mingeikan bietet das ganze Jahr über eine friedliche Atmosphäre. Besonders empfehlenswert ist ein Besuch am Tag: Das sanfte Licht, das durch die Shoji-Schiebetüren fällt, hebt die Texturen der Keramiken und Stoffe wunderschön hervor. Ein Besuch des Museumsshops im Erdgeschoss ist ebenfalls ein Muss, da dort handverlesene, zeitgenössische Volkskunstwerke und Bücher erhältlich sind – eine ideale Gelegenheit, ein Stück dieser Schönheit mit in den eigenen Alltag zu nehmen.
Das Erlebnis besteht hier vor allem aus der stillen Kontemplation. Es wird darum gebeten, die Exponate nur mit den Augen zu genießen und die Stille zu wahren. In der Ruhe des Museums kann man die funktionale Schönheit der Werkzeuge und die handwerkliche Meisterschaft der Ersteller nachempfinden – ein perfekter Rückzugsort vom hektischen Alltag. Im Museumsshop können Sie zudem hochwertige Publikationen und neue Arbeiten der Mingei-Kunst entdecken.
Das Museum liegt in der kulturell reichen Gegend von Komaba, in unmittelbarer Nähe zum Campus der Universität Tokio (Komaba), dem Japanischen Literaturmuseum und dem Komaba-Park (ehemaliges Anwesen des Marquis Maeda). Ein Spaziergang durch den Park nach dem Museumsbesuch ist sehr zu empfehlen.
Um die Exponate und das historische Gebäude zu schützen, beachten Sie bitte folgende Regeln: Das Tragen von Hausschuften (Slippers) ist im Inneren obligatorisch. Essen und Rauchen sind streng untersagt. Fotografieren mit Kameras oder Smartphones ist nur in den dafür vorgesehenen Bereichen gestattet. Bitte verwenden Sie keine Tintenroller oder Füllfederhalter, da diese die Exponate beschädigen könnten. Wertgegenstände und große Taschen sollten in den Schließfächern deponiert werden. Das Gebäude ist historisch; obwohl es Rollstuhlrampen, Aufzüge und behindertengerechte WCs gibt, gibt es aufgrund der alten Bausubstanz auch einige Stufen und Unebenheiten. Wir empfehlen, Details vorab telefonisch oder über die Website zu klären.