
Guide
Naritasan Shinshoji ist ein hochrangiges buddhistisches Heiligtum der Shingon-Schule, das dem Fudo Myo-o gewidmet ist. Mit einer Geschichte, die bis ins Jahr 940 (Mitte der Heian-Zeit) zurückreicht, zieht der Tempel jährlich über 10 Millionen Besucher an. In der Nähe des Internationalen Flughafens Narita gelegen, bietet er einen tiefen Einblick in die traditionelle japanische Spiritualität. Zu den beeindruckenden Bauwerken gehören das 15 Meter hohe Somon-Tor aus Zeder sowie die majestätische fünfstöckige Heiya no Dai-to Pagode.
Die Ursprünge des Tempels liegen im Jahr 940. Der Legende nach wurde er gegründet, um das Land zu schützen, basierend auf den Lehren von Kukai. Im Laufe der Jahrhunderte genoss der Tempel die Schirmherrschaft bedeutender Krieger wie Minamoto no Yoriyoshi und Minamoto no Yoritomo. In der Edo-Zeit verbreitete sich die Pilgerfahrt nach Narita auch unter der breiten Bevölkerung, verstärkt durch die Hingabe des Kabuki-Schauspielers Ichikawa Danjuro I. Die zentrale Gottheit, Fudo Myo-o, sowie die zwei Begleitgottheiten sind seit 1964 als nationale Kulturgüter Japans anerkannt.

Das Gelände beherbergt zahlreiche bedeutende Bauwerke. Das imposante Somon-Tor markiert den Eingang zur Tempelanlage. Ein weiteres Highlight ist die 58,1 Meter hohe Pagode 'Heiya no Dai-to'. Im Inneren der fünf Stockwerke finden sich kulturelle Schätze: Im ersten Stock werden Ema-Tafeln ausgestellt, während im zweiten Stock die monumentalen Statuen der Fudo Myo-o und der fünf großen Myo-o untergebracht sind. Die Yakushi-do Halle, die dem Yakushi Nyorai gewidmet ist, zeugt durch ihre Architektur von der langen Geschichte des Ortes. Zudem bietet die 2017 errichtete Iwo-den Halle Raum für Gebete um Gesundheit und Langes Leben.
Besonders im Januar und Februar, zur Zeit des Neujahrsfestes (Hatsumode), erlebt der Tempel eine lebendige Atmosphäre. Im Herbst (Oktober/November) ist die Anlage aufgrund der herbstlichen Farben besonders schön für Spaziergänge. Während der hellen Tagesstunden lassen sich die architektonischen Details der Pagoden am besten bewundern, während es in den frühen Morgenstunden deutlich ruhiger und meditativer ist. Bei Festlichkeiten ist mit hohem Besucheraufkommen zu rechnen.

Besucher können mehr als nur beten: Es gibt Programme wie das Schreiben von Sutren (Shakyo) oder das Ausmalen von Buddha-Bildern, die zur inneren Ruhe einladen. Ein besonderes Highlight ist das Goma-Feuerritual zur Fudo Myo-o, ein traditionelles Ritual mit heiligen Flammen zur Erfüllung von Wünschen. Zudem lädt der weitläufige Naritasan-Park mit seinem zentralen Teich zu entspannten Spaziergängen in der Natur ein.
Die Umgebung von Naritasan ist ideal für Touristen. Die Wege zum Tempel sind gesäumt von Restaurants und Souvenirläden. Ein absolutes Muss ist das Probieren der lokalen Spezialität 'Unagi' (Aal), die in der Region Narita weltberühmt ist. Dank der Nähe zum Bahnhof Narita und zum Flughafen Narita ist der Tempel ein perfekter Ausgangspunkt für Ausflüge in die Präfektur Chiba.
