
Guide
Nakatsu Banshoen ist ein weitläufiger, 5 Hektar großer „Chisen-kaiyu-shiki“ (ein vom Wasser umgebener Spaziergarten) in der Stadt Marugame, Präfektur Kagawa. Dieser prachtvolle Daimyo-Garten wurde in der Edo-Zeit auf Befehl von Kyogoku Takayori, dem Herrscher des Marugame-Clans, angelegt. Er ist ein meisterhaftes Beispiel für die Verschmelzung von natürlicher Schönheit und künstlicher Gestaltung. Das Herzstück des Gartens ist der „Hakkei-Ike“, ein See, der die Landschaft des Biwa-Sees imitiert und Besucher auf einem malerischen Rundweg durch die Natur führt. Ein besonderes kulturelles Highlight ist das direkt angrenzende Marugene-Museum, das neben der Gartenlandschaft auch westliche Malerei und Keramiken zur Schau stellt.
Die Geschichte des Gartens reicht bis in das Jahr 1688 (Jokyo 5) zurück. Das Design ist eine Hommage an die Heimat des Kyogoku-Clans und orientiert sich an den berühmten „Acht Ansichten des Biwa-Sees“. Die Anordnung der Inseln im See spiegelt diese klassischen Motive wider: Segel, Kraniche, Schnee, Regen, Glocken, Frühlingsbrise, Mond und Abendrot. Der Name des Gartens leitet sich von „Shinra Bansho“ (die gesamte Natur/das Universum) ab. In der Vergangenheit war das Gelände sogar von Gezeiten geprägt, was die tiefe Verbindung zur natürlichen Landschaft unterstreicht. Heute dient der Ort als wichtiges kulturelles Zentrum, um die historische Ästhetik und Kunstgeschichte der Region lebendig zu halten.

Das Wahrzeichen des Gartens ist der „Hakkei-Ike“, ein wunderschöner See, der die Szenerie des Biwa-Sees perfekt nachbildet. Die leuchtend rote „Yogetsu-Brücke“ setzt einen farbenfrohen Akzent in der Landschaft und lädt zum Verweilen ein. Weitere bedeutende Bauwerke sind das Teehaus „Kanshiro“ und das historische Hauptgebäude „Omoya“, die eine Atmosphäre vergangener Zeiten schaffen. Ein weiteres Naturwunder ist die „O-kasa-matsu“, eine über 600 Jahre alte Kiefer, die den Garten prägt. Im angrenzenden Marugame-Museum können Sie zudem die kulturelle Vielfalt erleben: Von Werken der Barbizon-Schule bis hin zu Keramiken aus der Antike und Puppen aus der Edo- bis zur Showa-Zeit.
Nakatsu Banshoen zeigt zu jeder Jahreszeit ein neues Gesicht. Von März bis Mai lockt das frische Grün und die Frühlingsblüte, während von September bis November die herbstliche Laubfärbung die Spiegelungen im Seeufer verzaubert. Die hellen Mittagsstunden eignen sich hervorragend, um das Lichtspiel auf der Wasseroberfläche und die Flora detailreich zu beobachten. Gegen Abend bietet der Garten eine besonders ruhige, meditative Atmosphäre. Durch die Kombination mit dem Museumsbesuch können Sie Ihren Tag sowohl mit der Natur im Freien als auch mit Kunst im Innenraum perfekt gestalten.
Das Haupterlebnis ist das „Kaiyu“ – das Wandern durch den Garten, bei dem sich die Perspektive auf die Landschaft mit jedem Schritt verändert. Für eine kulinarische Pause bietet das japanische Restaurant „Kaifutei“ die Möglichkeit, direkt am See zu speisen und die Ruhe zu genießen. Die Verbindung von westlicher Kunst im Museum und traditioneller japanischer Gartenkunst macht den Besuch zu einem vielschichtigen kulturellen Erlebnis. Es ist ein Ort der Stille, der die tiefe Harmonie der japanischen Tradition vermittelt.
Die Umgebung von Nakatsu Banshoen ist reich an Geschichte. In der Nähe befindet sich unter anderem die Burg Marugame, die Teil einer historischen Route durch die Präfektur Kagawa ist. Da die Region nahe am Seto-Inlandsee liegt, lässt sich der Besuch des Gartens wunderbar mit einer Erkundung der Küstenlandschaften verbinden.
Da der Garten sehr weitläufig ist und viele Wege durch die Natur führt, empfehlen wir dringend bequemes Schuhwerk. Um die historische Substanz und die Ruhe des Gartens zu bewahren, bitten wir um einen respektvollen Umgang mit der Anlage. Bitte beachten Sie die lokalen Regeln für die Nutzung der Einrichtungen.