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Myokian ist ein buddhistischer Tempel in der Stadt Oyamazaki, Präfektur Kyoto. Das absolute Highlight dieses Ortes ist die als Nationalgut (National Treasure) eingestufte Teestube 'Taian'. Taian gilt als der Ursprung der Sukiya-Architektur in der japanischen Teezeremonie und ist ein Ort von unschätzbarem historischem Wert, da er Sen no Rikyu zugeschrieben wird. In diesem winzigen Raum von nur zwei Tatami-Matten (ca. 1x1 Meter) ist die gesamte Philosophie der Teezeremonie in der Anordnung des Herdes und der einzigartigen Fensterstruktur konzentriert.
Die Geschichte von Taian reicht bis in die Zeit von Toyotomi Hideyoshi zurück. Es wird angenommen, dass die Ursprünge in einer kleinen Teestube liegen, die Sen no Rikyu während seines Aufenthalts in Oyamazaki errichtete, als Hideyoshi die Burg Yamazaki baute. Später wurde die Struktur in der Keicho-Ära (1596–1615) in den heutigen Myokian überführt. Zudem gibt es in der Anlage das 'Meigetsudo', ein Schrein im Muromachi-Stil, was auf eine Verbindung zu Yamasaki Sokan, dem Begründer des Renga (Verbundgedichte), hindeutet. Myokian erzählt somit die Geschichte, wie sich die Tee-Kultur während der Sengoku-Zeit entwickelte.
Das Haupthighlight ist zweifellos das Nationalgut 'Taian'. Mit seinem Giebeldach und der traditionellen Schindeldeckung (Kokerabuki) verkörpert dieser Raum die japanische Ästhetik auf engstem Raum. Besonders bemerkenswert sind die 'Untergrundfenster' (Chika-mado), die Gestaltung des Herdes in der Ecke und der einzigartige 'Shitoku-Ma' (Bodenbereich), die architekturgeschichtlich von großer Bedeutung sind. Bei der Besichtigung blickt man durch das 'Nijiriguchi' (Kriechentür) in den Raum, um die Schönheit der Struktur in diesem extrem kleinen Raum zu bewundern.
Besichtigungen in Myokian finden primtär vormittags statt. Es empfiehlt sich, den Besuch in den ruhigen Stunden vor dem Mittag zu planen. Da es sich um ein historisches Denkmal handelt, ist der Besuch wetterunabhängig, erfordert jedoch eine respektvolle Stille. Bitte beachten Sie, dass der Tempel von Ende Dezember bis Mitte Januar geschlossen bleibt.
Anstatt eine aktive Teezeremonie durchzuführen, liegt der Fokus hier auf dem Studium der Architektur. Das Ziel ist es, die physische Struktur von 'Taian' aus der Perspektive eines Beobachters zu verstehen. Es ist eine Lektion über die Philosophie von Sen no Rikyu und wie seine Design-Ideen den physischen Raum formen.
Myokian ist sehr gut erreichbar, nur wenige Gehminuten von den Bahnhöfen JR Yamazaki oder Hankyu Oyamazaki entfernt. Die Umgebung bietet malerische Ausblicke auf den Berg Tennozan und die historischen Handelsstraßen. Da die Region Schauplatz der Schlacht von Yamazaki war, können Geschichtsinteressierte hier die Verbindung zwischen der Geschichte der Sengoku-Zeit und der Tee-Kultur erleben.