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Myōhō-ji ist der Haupttempel der Nichiren-Schule und liegt malerisch in Kamakura, Präfektur Kanagawa. Der Tempel ist weithin bekannt als „Jaku-yoke no Osama“ (der Gott der Unheilabwehr), da er eine tiefe Verehrung für die Abwehr von Unglück genießt. Das markanteste Merkmal ist die „Moos-Steintreppe“: Der Kontrast zwischen den üppig grünen, moosbedeckten Stufen und dem leuchtend roten Nio-Tor ist eines der ikonischsten und schönsten Motive in ganz Kamakura.
Der Tempel wurde im Jahr 1253 (Kenchō 5) gegründet. Er gilt als heiliger Ort, an dem der Mönch Nichiren seinen ersten kleinen Rückzugsort in Kamakura errichtete. Im Laufe der Geschichte wurde der Tempel durch die Bemühungen von Nichiei-shōninin wiederaufgebaut und gestärkt. Besonders während der Edo-Zeit genoss Myōhō-ji eine enorme Bedeutung: Er wurde nicht nur von den Tokugawa-Shogunen geschätzt, sondern auch von einflussreichen Daimyōs und den Frauen des Edo-Schlosses. Bis in die Mitte der Meiji-Zeit gab es sogar einen speziellen Bereich, den „Shōgun no Narai no Ma“, der zur Vorbereitung auf den Empfang der Shogune diente.

In Myōhō-ji finden Sie zahlreiche Bauwerke von hohem historischem Wert. Besonders beeindruckend ist das rote Nio-Tor, das den Blick auf die wunderschönen, moosigen Steintreppen freigibt. Zu den weiteren Highlights gehören das „Sōmon“-Tor aus der Muromachi-Zeit (ein Kulturdenkmal der Stadt Kamakura), die Haupthalle (Hondō), in der die Hauptgottheit verehrt wird, sowie die elegante Hoke-dō-Halle, die von der Familie Mito errichtet wurde. Wer den Weg nach oben zum Gipfel des Tempelgeländes findet, wird mit einem weiten Panoramablick über die Stadt und das Meer belohnt – eine perfekte Symbiose aus Geschichte und Natur.
Die Schönheit von Myōhō-ji wandelt sich mit den Jahreszeiten. Besonders von April bis Juni, während der Zeit des frischen Frühlingsgrüns, entfaltet die Mooslandschaft ihre volle Pracht. Bitte beachten Sie, dass der Zugang zu den Steintreppen zum Schutz des Mooses zeitweise eingeschränkt sein kann. Die beste Zeit für einen Besuch ist der helle Tag, wenn das Sonnenlicht den Kontrast zwischen dem tiefen Grün des Mooses und dem Rot des Tores perfekt zur Geltung bringt.

Neben dem spirituellen Gebet können Besucher auch an saisonalen Zeremonien teilnehmen. Ein Beispiel ist die im August stattfindende Zeremonie für den „Unheilabwehr-Ingwer“, die mit der Legende eines weißen Affen verbunden ist, der Nichiren half. Zudem finden auf dem Gelände gelegentlich kulturelle Veranstaltungen wie die „Horinouchi Yose“ (Rakugo-Theateraufführungen) statt, die einen tiefen Einblick in die lokale japanische Kultur bieten.
In der Umgebung von Myōhō-ji, im Bereich Matsubagaya, befinden sich weitere bedeutende Tempel wie der Ankokuji und der Chōkatsuji, die eng mit der Geschichte von Nichiren verbunden sind. Ein Besuch dieser Tempel in Kombination mit Myōhō-ji ermöglicht ein tieferes Verständnis der historischen Bedeutung von Kamakura.

Bitte wahren Sie beim Besuch die Etikette eines religiösen Ortes und bleiben Sie ruhig. Da der Weg über viele Stufen und Steigungen führt, empfehlen wir festes, bequemes Schuhwerk. Achten Sie bei Fotoaufnahmen auf die geltenden Regeln und markierten Bereiche. Für Spenden oder religiöse Opfergaben (O-fuda/O-saisen) ist Bargeld erforderlich. Eine Reservierung ist für den normalen Besuch nicht nötig, für spezielle Veranstaltungen sollten Sie jedoch vorab die offizielle Website prüfen.