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Mukojima Hyakkaen, gelegen im Stadtteil Sumida in Tokio, ist ein historischer japanischer Garten mit Wurzeln in der Edo-Zeit. Ursprünglich als „privater Garten der Gelehrten“ konzipiert, diente er als kultureller Treffpunkt für Intellektuelle und Künstler. Heute ist der Garten als bedeutendes historisches Denkmal geschützt und besticht durch seine vielfältige Flora. Besonders die prächtigen Pflaumenblüten im frühen Frühjahr und die Hagi-Blüten (Japanischer Färberlicht) im Herbst machen den Besuch zu einem besonderen Erlebnis, das die traditionelle japanische Ästhetik perfekt widerspiegelt.
Die Geschichte des Gartens reicht bis in die Bunsei-Ära (ca. 1804–1830) der Edo-Zeit zurück. Der erste Garten wurde von dem Landschaftsgestalter Sahara Kiku auf dem Gelände eines herrschaftlichen Anwesens angelegt, um die Beobachtung von Pflanzen zu zelebrieren. Damals war der Ort als „Shin Umeyashiki“ bekannt und ein Zentrum für die literarische Elite. Berühmte Künstler und Dichter wie der Maler Sakai Foi oder der Dichter Ota Nanpo besuchten diesen Ort.
Darüber hinaus gilt der Garten als Geburtsstätte der „Sumidagawa Shichifukujin“-Tradition (Pilgerreise zu den sieben Glücksgottheiten). Diese Verbindung zwischen der gehobenen Kultur der Gelehrten und der Volkskultur der Edo-Zeit verleiht dem Ort eine einzigartige Atmosphäre. Obwohl der Garten während der Kriegszeiten im frühen 20. Jahrhundert beschädigt wurde, wurde er durch die Bemühungen lokaler Bürger wiederaufgebaut und wird heute als wertvoller Stadtpark gepflegt.

Das Highlight von Mukojima Hyakkaen ist der ständige Wechsel der botanischen Schwerpunkte. Im frühen Frühjahr blühen über 360 Pflaumenbäume und erfüllen die Luft mit ihrem Duft. Im Herbst verwandelt sich der Garten in ein Meer aus herbstlichen Gräsern und Hagi-Blüten. Über das Gelände verteilt finden sich zudem mehr als 30 Gedenksteine, die an die kulturelle Bedeutung des Ortes erinnern. Die harmonische Gestaltung der Teiche und die kunstvoll angelegten Pfade zeugen von der hohen Gartenbaukunst der Vergangenheit.
Die botanischen Highlights sind saisonal geprägt: Von Februar bis März steht die Pflaumenblüte im Vordergrund, während der September und Oktober die ideale Zeit für die herbstliche Pracht der Hagi-Blüten sind. Ein Besuch am Vormittag bei hellem Licht lässt die Farben der Blumen besonders intensiv wirken, während die ruhigen Nachmittunden ideal sind, um die friedliche Atmosphäre des Gartens zu genießen.

Ein besonderes Angebot ist die kostenlose Gartenführung, die regelmäßig stattfindet. An Samstagen und Sonntagen gibt es jeweils um 11:00 Uhr und 14:00 Uhr geführte Touren (Dauer ca. 30–45 Minuten). Diese bieten tiefe Einblicke in die Botanik und die Geschichte des Gartens. Ein Spaziergang durch die Anlage ermöglicht es Ihnen, die Welt der Edo-Gelehrten hautnah zu erleben.
Der Garten liegt im östlichen Teil von Sumida und ist in der Nähe von bekannten Sehenswürdigkeiten wie dem Tokyo Skytree. Die Umgebung ist geprägt von der charmanten Atmosphäre des alten Tokio (Shitamachi) mit kleinen Restaurants und Spazierwegen entlang des Sumida-Flusses. Mit dem Bus oder der Bahn ist der Ort leicht in einen Tokio-Ausflug zu integrieren.

Da der Garten unebene Wege, Steinpfade und Teiche besitzt, wird das Tragen von bequemen Schuhen empfohlen. Da es kaum Schatten gibt, ist ein Sonnenschutz (Hut oder Sonnenschirm) ratsam. Für die Bezahlung vor Ort können neben Kreditkarten auch gängige japanische IC-Karten oder mobile Bezahlsysteme genutzt werden. Bitte beachten Sie, dass Haustiere nicht erlaubt sind und die Gartenführungen wetterabhängig sind.