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Der Kyū-Yasuda Teien in Sumida, Tokio, ist ein historischer Garten, der als „Shioiri Kaiyu-shiki“-Garten (ein Garten zur Umrundung mit Gezeitenfluss) konzipiert wurde. Die Anlage besticht durch den Shinji-See mit kleinen Inseln, der von alten Bäumen, Spazierwegen und eleganten Yukimi-Laternen umgeben ist. Ein besonderes Merkmal ist das System, das das Gezeitenphänomen des Sumida-Flusses künstlich nachbildet, wodurch die Wasserstände im Teich variieren. In diesem ruhigen Refugium können Besucher beobachten, wie Koi-Karpfen und Schildkröten durch das Wasser gleiten.
Die Wurzeln dieses Gartens reichen bis in die Edo-Zeit zurück. Er wurde ursprünglich in der Genroku-Ära als Garten für einen Daimyo (Regionalfürsten) von Honjō Munetoshi angelegt. Später diente das Gelände als Residenz der Familie Honjō Matsudaira. In der Ansei-Ära wurde der Garten so umgestaltet, dass er die Gezeiten des Sumida-Flusses imitierte. Im 19. Jahrhundert wurde das Anwesen zum Wohnsitz des ehemaligen Lehnsherrn der Provinz Okayama, Ikeda Akinari, und später durch den Bau eines herrschaftlichen Hauses der Familie Yasuda eng mit dem Yasuda-Zaibatsu-Geschäftskonzern verknüpft.
Nach dem Großen Kanto-Erdbeben im Jahr 1923 verlor der Garten weitgehend seine ursprüngliche Gestalt. Er wurde jedoch sorgfältig restauriert und im Jahr 1927 als öffentlicher Garten eröffnet. Heute wird er von der Stadt Sumida verwaltet. Ein markanter Punkt in der Geschichte der Umgebung war das ehemalige Ryogoku Kokaido, dessen Standort heute vom Schwertmuseum (Sword Museum) eingenommen wird.

Das Herzstück des Gartens ist der Shinji-See. Die Anordnung der Steine, der Laternen und der jahrhundertealten Bäume schafft eine harmonische Landschaft. Besonders faszinierend ist das Design, das die Bewegung des Wassers durch künstliche Wasserstandsschwankungen simuliert, was dem Garten eine lebendige, dynamische Komponente verleiht. Die Anwesenheit von Koi und Schildkröten unterstreicht die lebendige Natur des Ortes.
Der Garten bietet zu jeder Jahreszeit ein neues Gesicht. Die Bepflanzung ist so gewählt, dass die Farben und Texturen der Natur im Frühling, Sommer, Herbst und Winter variieren. Besonders empfehlenswert ist ein Besuch bei Tageslicht, wenn das Sonnenlicht die Yukimi-Laternen und die glitzernde Oberfläche des Sees hervorhebt. Das Spiel der Gezeiten bietet zudem ein einzigartiges visuelles Erlebnis.
Ein Spaziergang entlang der angelegten Pfade ermöglicht es, die Harmonie zwischen Natur und menschlicher Gestaltung in aller Ruhe zu genießen. Der Garten ist ein idealer Ort für Entschleunigung. In der unmittelbaren Umgebung finden sich weitere kulturelle Schätze wie das Schwertmuseum, das Sumō-Museum sowie Denkmäler, die mit der Literatur von Akutagawa Ryūnosuke in Verbindung stehen. Die Nähe zum Skytree-Viertel macht den Ort zu einer perfekten Mischung aus Tradition und Moderne.
Obwohl die Wege gut gepflegt sind, empfiehlt sich festes Schuhwerk, da die natürliche Topografie des Geländes bewältigt werden muss. Bitte achten Sie auf die Etikette: Ruhe ist in diesem spirituellen Raum essenziell.