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Das Altes Takano-Haus (Kuso-yashiki) in Koshu-shi, Präfektur Yamanashi, ist ein herausragendes Beispiel für die Architektur der späten Edo-Zeit. Es handelt sich nicht nur um ein historisches Gebäude, sondern um ein national anerkanntes wichtiges Kulturgut. Der Name leitet sich von der Geschichte der Kultivierung der Heilpflanze 'Kuso' (Süßholz) ab, die unter der Herrschaft des achten Shoguns Tokugawa Yoshimune direkt an das Shogunat geliefert wurde. Heute ist das Gelände als historischer Park angelegt, der das Haupthaus sowie Nebengebäude, Gärten und Steinmauern umfasst und die Lebensweise jener Ära lebendig hält.
Die Familie Takano bekleidete eine angesehene Stellung als 'Osabakusho' (hochrangige Bauernfamilie). Während der Ära von Tokugawa Yoshimune im 18. Jahrhundert wurde der Anbau von Kuso auf diesem Gelände offiziell vom Shogunat angeordnet. Das Haupthaus, ein Bauwerk aus dem frühen 19. Jahrhundert, war ursprünglich mit einem Reetdach gedeckt, wurde jedoch zur besseren Erhaltung mit Kupferplatten versehen. Die gesamte Anlage wurde 1993 der Stadt geschenkt und als bedeutendes Kulturgut eingestuft.

Das markanteste Merkmal ist das Haupthaus mit dem typischen 'Zwei-Stufen-Dach' (Tsukiage-yaki) der Koshu-Region. Diese Konstruktion diente der Licht- und Luftzufuhr und ist eng mit der lokalen Seidenkultur verbunden. Das Innere ist dreistöckig aufgebaut, wobei die oberen Ebenen zur Trocknung von Kuso genutzt wurden. Neben dem Wohnbereich mit traditionellen Räumen wie dem 'Idoko' (Erdgeschoss-Wohnbereich) und dem Teezimmer finden sich auch Nebengebäude wie die Pferdestall-Strukturen und Lagerhäuser, die den Übergang von der Edo- zur Meiji-Zeit dokumentieren.
Von Mitte Februar bis Mitte April findet das 'Enzan Togenkyo Hina-Kasari & Pfirsichblüten-Fest' statt. In dieser Zeit werden traditionelle Puppen (Hina-Matsuri) und prachtvolle Dekorationen ausgestellt. Ein Besuch im Frühling ermöglicht es, die japanische Tradition inmitten der blühenden Pfirsichbäume zu erleben. Während der Tagesstunden lassen sich die architektonischen Details und der Garten ideal beobachten.

Besucher können die Struktur traditioneller Wohnhäuser hautnah erleben, von den funktionalen Erdgeschossbereichen bis zu den speziellen Trocknungsebenen. Ein Spaziergang durch den weitläufigen historischen Park mit seinen Steinmauern und Teichen ist sehr erholsam. In der Nähe befinden sich zudem historische Tempel wie Kōgakuji oder Kōrin-ji sowie die heißen Quellen von Enzan Onsen, die sich ideal für eine anschließende Entspannung nach der Kulturreise eignen.
Da es sich um ein geschütztes historisches Gebäude handelt, wird um einen respektvollen Umgang gebeten. In einigen Bereichen kann das Ablegen der Schuhe erforderlich sein. Da das Gelände weitläufig ist, empfehlen wir festes Schuhwerk.