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Das alte Sungen-ji Steinportal (Kyū Sungen-ji Sekimon) in Tomari, Naha, ist ein bedeutendes historisches Denkmal, das die Ära des Ryukyu-Königreichs symbolisiert. Das markanteste Merkmal ist das kunstvolle Design mit einem zentralen Dreifachbogen aus Stein, der von massiven Steinmauern umgeben ist. Aufgrund seiner historischen Bedeutung ist die Anlage als nationales Kulturgut geschützt. Einst war dieser Ort als Sungen-ji bekannt, ein hochrangiges Heiligtum, in dem die Geister der aufeinanderfolgenden Könige des Ryukyu-Königreichs verehrt wurden. Heute zeugen die verbliebenen Strukturen als Teil der Ruinen eines einst weitläufigen Tempels von der Geschichte, die während der Schlacht um Okinawa fast vollständig verloren ging.
Sungen-ji war ein Tempel der Rinzai-Schule, dessen Gründung auf etwa 1527 zurückgeht. Er spielte eine zentrale Rolle bei der Verehrung der Ahnengeister der Könige des Ryukyu-Königreichs. Ein besonderer Ort war die Durchführung der „San'ō-yusai“-Zeremonie, bei der die Geister der verstorbenen Könige geehrt wurden, bevor die Gesandten aus China (Sakuhōshi) ihre offiziellen Zeremonien auf dem Shuri-Schloss begannen. Durch die Kämpfe im Zweiten Weltkrieg wurde der Großteil der Tempelanlagen zerstört. Nach dem Krieg wurden die Steinreste durch Spenden der US-Streitkräfte in Okinawa und der lokalen Bevölkerung restauriert und bilden heute den Sungen-ji-Park. Das Tor ist ein wertvolles Zeugnis für die religiöse und politische Bedeutung des Ryukyu-Königreichs.

Das Highlight ist das prächtige, dreifach gebogene Steintor. Zusammen mit den seitlichen Steinmauern lässt es die hochentwickelten Steinmetzkünste der damaligen Zeit visuell greifbar werden. In der Nähe des Tores befindet sich zudem die „Sungen-ji Geba-hi“-Steinsäule. Diese Stele markierte den Ort, an dem hochrangige Beamte absteigen mussten, und dient heute als wichtiges Dokument, um die damaligen Etikette-Regeln und die soziale Hierarchie der Zeit zu verstehen. Ein Spaziergang durch den gepflegten Park ermöglicht es, die ursprüngliche Ausdehnung des Tempelgeländes in Gedanken zu rekonstruieren.
Da die Anlage als öffentlicher Park zugänglich ist, gibt es keine saisonalen Einschränkungen. Ein Besuch während der hellen Tagesstunden ist ideal, um die feinen Details der Steinmetzarbeiten, die Textur der Mauern und die Inschriften der Steinsäule klar erkennen zu können. Besonders stimmungsvoll ist der Besuch in der Abenddämmerung: Wenn das Licht weicher wird, strahlen die steinernen Strukturen eine tiefe Ruhe aus, die die Schwere der Geschichte des Ryukyu-Königreichs spürbar macht. Die Umgebung eignet sich hervorragend für einen entspannten Spaziergang.
Der Hauptfokus liegt auf einer „historischen Erkundungstour“. Durch das Begehen eines Ortes, der einst das spirituelle Zentrum eines Königreichs war, wird die Kultur von Ryukyu durch physische Relikte greifbar. Im Park können Besucher zudem Modelle oder Dioramas nutzen, um die ursprüngliche Größe und Struktur des Tempels zu verstehen. Fotografie ist erlaubt, solange die Regeln zum Schutz des Kulturguts beachtet werden.
Das alte Sungen-ji Steinportal liegt sehr zentral in Naha und ist leicht erreichbar. Es lässt sich ideal mit anderen Sehenswürdigkeiten wie der Kokusai-Dori oder dem Shuri-Schloss kombinieren. Nach dem historischen Rundgang können Sie die umliegenden Stadtviertel erkunden, die viele traditionelle Cafés und lokale Gastronomie bieten, um die Atmosphäre von Okinawa vollends zu genießen.
Tragen Sie bitte bequemes Schuhwerk, da die Wege im Park teilweise unbefestigt sein können oder kleine Stufen aufweisen. Bitte respektieren Sie das Kulturgut: Fotografieren ist möglich, aber bei der Verwendung von Stativen ist Rücksicht auf andere Besucher geboten. Für die Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln oder umliegenden Einrichtungen können Sie Bargeld, Kreditkarten oder IC-Karten (wie Suica/Pasmo) verwenden. Die englischsprachige Beschilderung ist begrenzt, daher empfiehlt sich eine ruhige und respektvolle Beobachtung der historischen Stätte.