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Das Kyū Nishikawa-ke Jūtaku in der Shinmachi-Straße in Omi Hachiman (Präfektur Shiga) ist ein historisches Wohnhaus, das den Baustil der Mitte der Edo-Zeit perfekt bewahrt. Als nationales Kulturgut Japans ist es ein bedeutendes Symbol für den Wohlstand der Omi-Kaufleute. Dieses Gebäude ist weit mehr als nur ein altes Haus; es ist ein lebendiges Zeugnis der Lebensweise und der Philosophie einflussreicher Händler, die einst in Edo, Osaka und Kyoto tätig waren. Die imposante, harmonische Erscheinung des Anwesens versetzt Besucher direkt in die Atmosphäre der Edo-Zeit.
Die Familie Nishikawa betrieb unter dem Namen „Daimon-ya“ ein florierendes Handelsgeschäft für Moskitonetze (Kaya) und Tatami-Matten. Ihr Einfluss reichte bis in die großen Metropolen Edo, Osaka und Kyoto. Das heutliche Gebäude wurde vom dritten Familienoberhaupt im Jahr 1706 (Hoei 3) errichtet und 1983 als nationales Kulturgut eingestuft. Ein zentraler Aspekt der Familie war das Motto „Sengi Go-ri“ (Zuerst die Pflicht, dann der Profit). Diese Philosophie besagt, dass man zuerst die moralische Pflicht und die zwischenmenschliche Beziehung pflegen sollte, was letztlich zu langfristigem geschäftlichem Erfolg führt – ein Kernprinzip der Omi-Kaufleute. Obwohl die direkte Linie der Familie mit dem Tod des elften Oberhaupts im Jahr 1926 endete, bleibt das Gebäude ein stolzes Erbe der Region.
Ein besonderes Highlight ist die Architektur, die typisch für ein gehobenes Omi-Kaufhaus ist. Besonders markant ist der „Zashiki Genkan“ (Eingangsbereich), der die Würde und den Status der Familie unterstreicht. Das Gebäude ist geschickt in einen geschäftlichen Bereich und einen privaten Wohnbereich unterteilt, was die damalige soziale Struktur und den Lebensrhythmus verdeutlicht. Auch der Garten ist ein Muss: Mit seinen Moosflächen, den sorgfältig platzierten Steinen und dem üppigen Grün bietet er einen Ort der Stille, der die Schönheit der Architektur perfekt ergänzt.
Das Anwesen zeigt je nach Jahreszeit ein anderes Gesicht. Besonders empfehlenswert ist ein Besuch, wenn das Grün im Garten besonders kräftig ist oder das Moos in seiner vollen Pracht erstrahlt. Während der hellen Tagesstunden lassen sich die feinen Details der Architektur und des Gartens am besten studieren. Da sich das Licht im Laufe des Tages verändert, bietet auch ein Besuch am Nachmittag eine ganz eigene, stimmungsvolle Atmosphäre.
Hier geht es nicht nur um das Betrachten eines Gebäudes, sondern um das Eintauchen in die Philosophie der Omi-Kaufleute. Sie können die Bedeutung von „Sengi Go-ri“ und die Rolle der Händler in der lokalen Gemeinschaft hautnah nachempfinden. Es ist eine wertvolle Gelegenheit, die tiefe kommerzielle Kultur Japans zu verstehen, während man die Spuren der Menschen verfolgt, die den Wohlstand von Omi Hachiman aufgebaut haben.
Das Kyū Nishikawa-ke Jūtaku liegt in der historischen Shinmachi-Straße. Direkt nebenan befindet sich das „Rekishi Minzoku Shiryokan“ (Museum für Geschichte und Volkskunde). Auch das „Kawara Museum“ ist in der Nähe. Ein Rundgang durch diese Einrichtungen ermöglicht ein umfassendes Verständnis der regionalen Entwicklung und der historischen Hintergründe von Omi Hachiman.
Um dieses historische Kulturgut zu schützen, bitten wir um Beachtung: Essen und Trinken innerhalb des Gebäudes sowie das Berühren der Exponate oder der Bausubstanz sind streng untersagt. Für Fotoaufnahmen mit Stativen oder professionellem Equipment ist vorab eine Genehmigung erforderlich. Da der Boden uneben sein kann (Steine/Stufen), empfehlen wir festes, bequemes Schuhwerk. Bitte halten Sie für den Eintritt eine geringe Menge Bargeld bereit.