
Guide
Die Siedlung Kukajima ist ein bedeutendes Bestandteil des UNESCO-Welterbes „Verborgene Christen in den Provinzen Nagasaki und Amakusa“. Die Siedlung entstand im Zuge der Besiedlungspolitik der Goto-Region, bei der Menschen unter strengen Bedingungen versuchten, ihren christlichen Glauben im Geheimen aufrechtzuerhalten. Die Architektur und die Landschaft sind perfekt an die topografischen Gegebenheiten angepasst. Zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten gehören Kirchen, die die Zeit der Verfolgung dokumentieren, sowie Gebäude, die nach der Aufhebung des Verbots errichtet wurden, sowie historische christliche Friedhöfe.
Seit der Ankunft des Missionars Luís Ferreira de Almeida im Jahr 1566 verbreitete sich das Christentum auch auf Kukajima. Während der Edo-Zeit wurde die Religionsausübung jedoch streng verboten. Die „verborgenen Christen“ (Kakure Kirishitan) lebten unter extremen Bedingungen und hielten ihre Traditionen im Verborgenen aufrecht. Ein dunkles Kapitel der Geschichte ist das „Roya no Saku“-Ereignis von 1868, bei dem 42 Märtyrer starben – eine der letzten großen Verfolgungen vor der offiziellen Wiederzulassung des Christentums. Erst durch die Intervention britischer Gesandter konnte die Rückkehr zum Katholizismus ermöglicht werden.

In Kukajima finden Sie mehrere geschichtsträchtige Stätten. Die „Martyr Commemoration Church“ (Roya no Saku) erinnert an die Opfer der Verfolgung. Die „Alte Orin-Kirche“ zeigt zudem die damalige Architektur mit Holzstrukturen, die teilweise auf traditionellen Schiffbautechniken basieren. Ein weiteres Highlight ist der „Origami-Aussichtspunkt“, der von den Bewohnern selbst errichtet wurde und einen Panoramablick über die gesamte Insel bietet. Auch die Friedhöfe in den Gebieten Nagasato und Okai sind Zeugnisse der tiefen religiösen Verwurzelung.
Da die Besichtigung der Siedlung hauptsächlich im Freien stattfindet, empfiehlt sich ein Besuch während der hellen Tagesstunden. Die beste Reisezeit ist der April oder Mai, wenn das Wetter stabil und angenehm ist. Da Sie viel zu Fuß unterwegs sein werden, sollten Sie auf bequemes Schuhwerk und Sonnenschutz achten. Beachten Sie, dass es in den Siedlungen nachts kaum Straßenbeleuchtung gibt.

Die Insel bietet die Möglichkeit, in das traditionelle Leben der Bewohner einzutauchen. Es gibt Möglichkeiten für den Aufenthalt in ländlichen Gastfamilien (Farmstay/Fishery Stay), bei denen man Einblicke in die Landwirtschaft oder Fischerei erhält. Zudem ist die Natur der Insel mit den Primärwäldern (wie dem Nagahama Camellia-Wald) ein Highlight für Naturbeobachtungen. Die Beobachtung der traditionellen Steinbauweise der Siedlung ist ein kulturelles Erlebnis für sich.
Kukajima ist Teil der Goto-Inseln. Die Anreise erfolgt in der Regel über die Insel Fukue. Von den Häfen Fukue oder Okura aus können Sie die Fähren oder Schnellboote von Kuchi Kisen nutzen. Vor Ort ist die Fortbewegung mit einem Mietwagen, einem Taxi oder dem lokalen Gemeinschaftstaxi am einfachsten. Das „Kukajima Tourism Information Center“ bietet zudem Informationen in einem Gebäude an, das den Stil der Samurai-Häuser aus der Meiji-Zeit widerspiegelt.