
Guide
Das Koshimizu Gensei Kagen liegt im Abashiri Quasi-Nationalpark und ist als Teil des wertvollen „Hokkaido-Erbes“ geschützt. Die Region hat eine bewegte Geschichte: Einst durch Weidewirtschaft und die Eisenbahn geprägt, wird heute intensiv an der Wiederherstellung des ursprünglichen Ökosystems gearbeitet. Von Frühsommer bis Herbst verwandelt sich die Landschaft in ein buntes Meer aus Wildblumen wie der Ezo-Lilie, der Rosa Rugosa (Hamasana) und der Ezo-Kisuge, eingebettet in die weite Natur des Okhotsk-Gebiets.
Die Geschichte dieses Naturparks ist eng mit der menschlichen Nutzung verknüpft. Bis in die 1960er Jahre prägten Weideflächen und die Funkenflug der Dampflokomotiven das Bild. Als die Bewirtschaftung in den 1980er Jahren nachließ, drohte die ursprüngliche Artenvielfalt durch übermäßiges Graswachstum verloren zu gehen. Um dies zu verhindern, führte die Hokkaido Universität ab 1993 eine traditionelle Management-Methode ein: das kontrollierte Abbrennen („Hi-ire“). Dieses regelmäßige Feuer hilft dabei, den Boden für die heimischen Wildblumen zu revitalisieren und das ökologische Gleichgewicht zu bewahren.

Der größte Reiz liegt in der saisonalen Vielfalt der Wildblumen. Besonders im Frühsommer besticht die Landschaft durch die leuchtend orangefarbenen Ezo-Lilien und die gelben Ezo-Kisuge. Neben der Flora ist das Gebiet auch ein wichtiger Treffpunkt für Zugvögel, was es zu einem idealen Ort für Naturbeobachtungen macht. Die Nähe zum Meer Okhotsk verleiht der Szenerie eine weite, majestätische Atmosphäre, die typisch für die Wildnis Hokkaidos ist.
Die Landschaft verändert sich stetig mit den Jahreszeiten. Die Zeit von Mai bis September ist ideal, um das Wachstum der Pflanzen zu verfolgen. Besonders der Frühsommer ist perfekt, um die farbenprächtigen Wildblumen in voller Blüte zu sehen. Auch im Winter bietet die Region durch die Vogelbeobachtung einen besonderen Reiz. Für die beste Sichtbarkeit der Farben empfiehlt sich ein Besuch bei hellem Tageslicht.

Besucher können den natürlichen Lebenszyklus hautnah miterleben. Ein besonderes kulturelles Ereignis ist das kontrollierte Abbrennen im Mai, ein entscheidender Prozess für die Regeneration der Vegetation. Wer Naturfotografie liebt, findet hier perfekte Motive – von den zarten Blüten bis hin zu den vorbeiziehenden Vögeln. Ein Spaziergang durch die unberührte Natur lässt den Alltag weit hinter sich.
In der Nähe des Parks finden Sie weitere Naturhighlights der Okhotsk-Region. Der Tobetsu-See (Tobetsuko) bietet beispielsweise spektakuläre Sonnenuntergänge, und der Koshimizu Lily Park zeigt die Schönheit der Lilien in einem anderen Rahmen. Lokale Restaurants und die heißen Quellen von Koshimizu Onsen laden dazu ein, den Tag mit regionalen Spezialitäten und Entspannung ausklingen zu lassen.

Um die empfindliche Natur zu schützen, bitten wir Sie, auf den markierten Pfaden zu bleiben. Es fallen keine Eintrittsgebühren für das Gelände an. Die Beschilderung vor Ort ist primär auf Japanisch, daher empfiehlt sich eine Vorab-Information. Für die Umgebung (Restaurants/Hotels) sind Bargeld und Kreditkarten üblich. Da es sich um ein Naturschutzgebiet handelt, sind die Wege teilweise unbefestigt; festes Schuhwerk ist daher sehr zu empfehlen. Bitte achten Sie darauf, die Pflanzen und die Umgebung nicht zu beschädigen.