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Die Kiusu Shutei-bo Tumuli in der Stadt Chitose, Hokkaido, sind eine bedeutende archäologische Stätte aus der späten Jomon-Zeit (vor etwa 3.200 Jahren). Das Besondere an diesem Ort ist die sogenannte „Shutei-bo“-Struktur: Hierbei handelt es sich um Grabanlagen, bei denen ein kreisförmiges Loch im Boden von einem massiven Erdwall umgeben ist. Die Kiusu-Stätte beherbergt eine der größten Ansammlungen dieser Art in Japan. Nachdem die Stätte 1979 als nationales historisches Denkmal ausgewiesen wurde, wurde sie 2021 offiziell in die UNESCO-Welterbeliste unter dem Titel „Jomon-Stätten in Hokkaido und Nord-Ostjapan“ aufgenommen. Die monumentalen Erdwälle inmitten der Natur sind ein beeindruckendes Zeugnis für die Lebensweise und den Glauben der Menschen jener Zeit.
Der Name „Kiusu“ leitet sich vermutlich vom Ainu-Wort „Ki-usi“ ab, was so viel wie „ein Ort mit viel Gras (Ziergras)“ bedeutet. Man geht davon aus, dass das Gebiet früher ein ausgedehntes Sumpfland war. Während man früher vermutete, es handele sich um eine Festung (Chashi), ist heute wissenschaftlich belegt, dass es sich um eine kollektive Begräbnisstätte der Jomon-Zeit handelt. Die Errichtung dieser massiven Wälle erforderte eine starke soziale Organisation und spiegelt die Bedeutung der Ahnenverehrung und die gemeinschaftliche Arbeit der damaligen Siedlungen wider.
Das beeindruckendste Merkmal ist die schiere Größe der Anlagen. Die Nummer 1 Shutei-bo weist beispielsweise einen Außendurchmesser von etwa 83 Metern auf, was sie zu einer der größten sichtbaren Jomon-Grabanlagen macht. Die Nummer 2 Shutei-bo erreicht eine Wallhöhe von etwa 5 Metern, wobei die bewegte Erdmenge schätzungsweise 3.400 Kubikmeter beträgt. Diese monumentalen Strukturen wurden mit den damaligen einfachen Werkzeugen errichtet, was auf eine bemerkenswerte gesellschaftliche Struktur hindeutet. Bei Ausgrabungen wurden zudem Steinstäbe, dekorierte Keramiken und Steingeräte gefunden, die wertvolle Einblicke in die spirituelle Kultur der Jomon-Zeit geben.
Die Stätte liegt in einer naturbelassenen Umgebung, die je nach Jahreszeit einen ganz anderen Charme versprüht. Besonders die Veränderung der Vegetation hilft dabei, sich die ursprüngliche Landschaft vor Jahrtausenden vorzustellen. Die Besichtigungen sind von 09:00 bis 17:00 Uhr möglich. Ein Besuch bei Tageslicht ist ideal, um die Details der Erdwälle und die Topografie der Anlage klar erkennen zu können. Bitte beachten Sie, dass sich der Zustand der Wege je nach Witterung ändern kann.
Auf den gut gepflegten Wanderwegen und Aussichtsplattformen können Besucher die monumentalen Wälle aus nächster Nähe erleben. Durch das direkte Erleben der Topografie wird die Vorstellungskraft angeregt: Man versteht erst durch den Besuch vor Ort, wie die Menschen die Erde bewegten und diesen Raum gestalteten. Es ist eine lebendige Geschichtsstunde, bei der man die Form der gefundenen Artefakte und die Anordnung der Steinmonumente studieren kann.
In der Nähe der Stätte befindet-sich das „Chitose City Buried Cultural Properties Center“. Hier werden wertvolle Fundstücke wie Keramiken, Steinwerkzeuge und Steinstäbe aus der Kiusu-Stätte ausgestellt. Ein Besuch dieses Zentrums vertieft das Verständnis für die archäologischen Funde, die man zuvor auf dem Gelände gesehen hat. Die umliegende Landschaft mit ihren natürlichen Formationen bietet zudem eine harmonische Verbindung von Natur und Geschichte.
Da sich die Stätte in einer natürlichen Umgebung befindet, wird festes Schuhwerk dringend empfohlen. Die Wege sind zwar teilweise erschlossen, aber es handelt sich um ein Gelände im Freien. Um die historischen Strukturen zu schützen, ist das Betreten der Gräber oder das Berühren der Erdwälle streng untersagt. Fotografieren für den Eigengebrauch ist erlaubt, solange man die Natur und die Stätte respektiert. Bitte halten Sie sich stets an die markierten Wege.