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Das Sendai Ōtsunahiki ist ein alle zwei oder drei Jahre stattfindendes Ereignis, das am Vorabend der Herbsttagundnachtgleiche in der Stadt Satsumasendai (Präfektur Kagoshima) gefeiert wird. Im Jahr 2024 wurde es offiziell als nationales immaterielles Kulturgut Japans anerkannt. Das absolut Spektakuläre an diesem Fest ist die schiere Größe des Seils: Ein gigantisches Strohseil mit einer Länge von 365 Metern und einem Gewicht von 7 Tonnen wird nach traditionellen Techniken gefertigt. Dieses Fest symbolisiert den Zusammenhalt der Gemeinschaft und die tiefe Geschichte der Region und versetzt Besucher durch seine enorme Kraft und Präsenz in Staunen.
Die Ursprünge dieses Brauchs reichen bis in das Jahr 1600 zurück. Es heißt, dass die Tradition von den Samurai der Shimazu-Familie ins Leben gerufen wurde, um die Moral der Soldaten vor der Schlacht von Sekigahara zu stärken. Über Jahrhunderte hinweg wurde dieser Brauch in der Region bewahrt. Zunächst wurde das Fest am Vollmond des 8. Monats des Mondkalenders gefeiert, heute findet es fest etabliert am Vorabend der Herbsttagundnachtgleiche statt. Es ist eines der drei großen Ereignisse der Satsuma-Region und ein wertvolles kulturelles Erbe, das eng mit der Geschichte der lokalen Krieger verbunden ist.
Der Höhepunkt ist die Herstellung des riesigen Seils, das bereits am Morgen des Festtages beginnt und etwa sieben Stunden dauert. Dabei werden 365 einzelne Strohseile zu einem massiven Strang verflochten. Charakteristisch sind die großen Schlaufen (Wasa) an den Enden des Seils. Wenn das Tauziehen beginnt, zeigt sich ein beeindruckendes Zusammenspiel der Gruppen: Die Trommelgruppe (Taiko-tai), die Ziehende Gruppe (Hiki-tai), die Drückende Gruppe (Oshi-tai) und die Wasa-Verwalter arbeiten in einem perfekt koordinierten Rhythmus zusammen. Dieses kraftvolle Spektakel ist absolut sehenswert.
Da das Fest jährlich am Vorabend der Herbsttagundnachtgleiche stattfindet, ist es die perfekte Gelegenheit, den Beginn des Herbstes in Japan zu erleben. Da der Prozess der Seilherstellung bereits am Morgen beginnt, können Besucher den gesamten Weg von der Vorbereitung bis zur hochemotionalen Hauptzeremonie am Abend verfolgen. Die aufkommende Begeisterung der Menge im Laufe des Abends schafft eine einzigartige Atmosphäre, die man nur in dieser Jahreszeit erlebt.
Als Zuschauer können Sie den faszinierenden Prozess der Seilherstellung beobachten und miterleben, wie die Teilnehmer unter den Anweisungen der Leiter in ihre Rollen schlüpfen. Die rituellen Bewegungen, begleitet von den tiefen Klängen der Trommeln, vermitteln die Dynamik traditioneller japanischer Feste. Es ist eine seltene Chance, die tiefe kulturelle Struktur und den Gemeinschaftsgeist der Region Kagoshima hautnah zu spüren.
Der genaue Ort des Geschehens kann variieren. Meist teilt sich das Geschehen an der Ohira-Brücke über den Fluss Sendai auf (Richtung Nationalstraße 3 bzw. Richtung Kagoshima). Da sich der Austragungsort in einem Zyklus ändern kann, wird empfohlen, den genauen Standort vor der Reise zu prüfen. In der Umgebung finden zudem weitere lokale Events statt, wie das Feuerwerk am Sendai-Fluss (16. August) oder das Hannya-Fest Anfang November.
Da das Fest im Freien stattfindet, sollten Sie wetterfeste und bequeme Kleidung wählen, die auch für kühlere Temperaturen am Abend geeignet ist. Da vor Ort oft mit Bargeld zu bezahlen ist (z.B. für lokale Stände), halten Sie bitte Münzen und Scheine bereit. Bitte achten Sie darauf, den rituellen Ablauf und die Bewegungen der Teilnehmer nicht durch zu nahes Fotografieren oder den Weg zu versperren. Da die englische Kommunikation vor Ort begrenzt ist, empfiehlt es sich, den Anweisungen der lokalen Helfer zu folgen.