
Guide
Kasajima im Bezirk Shioasa Honjima (Stadt Marugame) ist ein historisch äußerst wertvolles Gebiet auf einer der Inseln der Shioasa-Gruppe im Seto-Binnenmeer. Einst das Zentrum der Shioasa-Flotte während der Zeit der Unruhen (Sengoku-Zeit), florierte dieser Ort in der Edo-Zeit als wichtiger Knotenpunkt für den Seehandel und als wohlhabende Hafenstadt. Heute ist das Gebiet als „Nationaler Schutzbereich für traditionelle Gebäude“ ausgewiesen und bewahrt die Atmosphäre der Edo- und Meiji-Zeit.
Das Besondere an Kasajima ist, dass die Architektur nicht nur alt ist, sondern die Geschichte der „Shioasa-Zimmerleute“ (Shioasa Daiku) in sich trägt. Diese hochqualifizierten Handwerker nutzten Techniken aus dem Schiffsbau für die Architektur, was die Bauweise in ganz Japan beeinflusste. Die Stadtlandschaft mit ihren traditionellen Ziegeldächern, den markanten Mushiko-mado-Fenstern und den filigranen Holzschnitzereien lädt dazu ein, in die Pracht vergangener Tage einzutauchen.
Die Geschichte von Kasajima ist eng mit der Seefahrt und der Architektur verbunden. Während der Edo-Zeit war der Ort ein Zentrum des Seehandels. Als sich die Handelsmacht in den 1720er Jahren nach Osaka verlagerte, wandelten sich die Bewohner: Sie nutzten ihr Wissen aus dem Schiffsbau, um zu herausragenden Baumeistern zu werden. Diese „Shioasa-Zimmerleute“ verbreiteten ihre Techniken über ganz Japan, sowohl beim Bau von Tempeln als auch bei Wohnhäusern.
Die Gebäude in Kasajima sind daher weit mehr als nur Behausungen; sie sind Meisterwerke der Handwerkskunst. Dass die Stadtlandschaft so gut erhalten ist, verdanken wir der generationsübergreifenden Pflege durch die Bewohner. Auch die Stadtplanung spiegelt die damalige Zeit wider, mit engen, labyrinthartigen Gassen, die teilweise auch Verteidigungszwecken dienten.

Ein Spaziergang durch Kasajima ist ein Erlebnis für die Sinne. Achten Sie besonders auf die traditionellen Machiya-Häuser mit ihren charakteristischen Merkmalen wie den „Oyako Senbon Itogoshi“-Gittern oder den geschwungenen „Mukuri-Dächern“.
Besonders sehenswerte Orte sind:
Kasajima kann zu jeder Jahreszeit besucht werden, doch besonders empfehlenswert ist der Vormittag bei klarem Wetter. Das Sonnenlicht hebt die Details der weißen Wände und der Ziegeldächer besonders schön hervor. Im Frühling verleihen Kirschblüten der Szenerie einen romantischen Rahmen. Da die Museen und Häuser oft früh schließen, sollten Sie Ihren Besuch zeitlich planen.

Das Hauptaugenmerk liegt auf dem „Beobachten und Wandern“. Es geht darum, die Details der Schnitzereien, der Fensterdesigns und der Steinmauern zu entdecken. Ein absolutes Highlight ist der Besuch eines „Viewpoints“ auf den Anhöhen: Von dort aus genießen Sie einen Panoramablick auf die Häuserzeilen von Kasajima, die sich harmonisch in die Inselwelt des Seto-Binnenmeeres einfügen.
In der Nähe finden Sie historische Stätten wie die Überreste der Shioasa-Wachstation sowie die Tempel Chotoku-ji und Onijo-jinja. Wer tiefer eintauchen möchte, kann in den traditionellen „Kominka“-Gasthäusern (historische Privathäuser) übernachten.

Da es sich um ein bewohntes historisches Viertel handelt, bitten wir um Respekt vor der Privatsphäre der Bewohner.