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Das Kanuma Aki Matsuri ist ein traditionelles Fest rund um das Jureisai des Imamiya-Schreins in der Stadt Kanuma, Präfektur Tochigi. Das absolute Highlight ist der Umzug der prachtvollen, detailreich geschnitzten Festwagen, die sogenannten „Yatai“. Diese Festwagen sind Teil der „Yama, Hoko, Yatai“-Festivitäten, die als UNESCO-Immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt sind und weltweit für ihren kulturellen Wert geschätzt werden. Die gesamte Stadt versinkt in einer mitreißenden Energie, wenn die historischen Rituale und die Begeisterung der Bewohner aufeinandertreffen.
Die Ursprünge des Festes liegen in der Geschichte der Wiederbelebung von Kanuma-shuku. Es wird überliefert, dass das Fest als Ritual zur Abwendung von Dürre begann, verbunden mit dem Wiederaufbau des Imamiya-Schreins. Im Laufe der Jahrhunderte entwickelten sich die Festwagen von einfachen mobilen Bühnen zu hochdekorierten Kunstwerken. Besonders in der Edo-Zeit wurden die Schnitzereien und Verzierungen immer raffinierter, was zu der heutigen ästestischen Pracht führte. Die jahrhundertelange Pflege der Tradition durch die lokale Gemeinschaft sichert die Kontinuität dieses kulturellen Erbes.
Das Herzstück des Festes ist der Umzug der Yatai. Es ist ein überwältigendes Erlebnis, die kunstvoll verzierten Wagen zu beobachten, die sich zum Rhythmus der traditionellen Musik (Ohayashi) durch die Straßen bewegen. Besonders faszinierend ist die Technik des „Teko-mawashi“, bei dem die schweren Wagen mithilfe von Holzstützen präzise gedreht werden. Am zweiten Tag folgt die „Gojunko“-Prozession, bei der der Mikoshi-Schrein des Imamiya-Schreins eine etwa 200 Meter lange Prozession anführt, begleitet von Sakaki-Zweigen, Saihoko und Shishigashira (Löwenköpfen). Wenn die Dunkelheit hereinbricht, werden die Festwagen mit Laternen beleuchtet, was eine magische, fast surreale Atmosphäre schafft.
Das Kanuma Aki Matsuri findet in der Regel am zweiten Samstag und Sonntag im Oktober statt. Die klare Herbstluft bietet ideale Sichtbedingungen. Besonders empfehlenswert ist die Zeit am frühen Abend, wenn die Festwagen zur Rückkehr zum Schrein aufbrechen und die Laternen entzündet werden. So erleben Sie sowohl die dynamische Energie des Tages alsens auch die nostalgische Stimmung der Nacht.
Besucher können die Festwagen aus nächster Nähe erleben und die traditionelle Technik des „Teko-mawashi“ beobachten. Dies ist eine seltene Gelegenheit, die tiefe Verbindung zwischen Handwerk und Spiritualität in Japan zu verstehen. Zudem gibt es in der Stadt Einrichtungen, in denen die Festwagen auch außerhalb der Festzeit ausgestellt werden, um die Details der Schnitzkunst zu studieren. Ein Spaziergang durch die Stadt während des Festes lässt Sie das pulsierende Leben der Region hautnah spüren.
In Kanuma gibt es Orte, an denen die prachtvollen Wagen dauerhaft ausgestellt werden, wie etwa im „Yatai no Machi Chuo Park“ in Ginza Ichome oder im „Ki no Furusato Traditionelles Handwerksmuseum“ in Asamacho. Diese Orte bieten einen tieferen Einblick in die Struktur und die Geschichte der Festwagen und sind ideale Stopps für kulturinteressierte Reisende.
Da das Fest größtenteils im Freien stattfindet, tragen Sie bitte bequeme Kleidung und festes Schuhwerk. Da die Wege durch Wohngebiete führen, ist Rücksichtnahme gegenüber den Anwohnern wichtig. Für Verpflegung an den Straßenständen ist Bargeld (Cash) dringend empfohlen, da viele Stände keine Karten akzeptieren. Bitte achten Sie beim Fotografieren darauf, den Verkehrsfluss der Prozession nicht zu behindern.