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Die Kamo Iwakura Ruinen befinden sich in der Stadt Unnan in der Präfektur Shimane. Die Stätte wurde 1996 während Bauarbeiten entdeckt. Das außergewöhnliche Merkmal dieses Ortes ist der Fund von 39 Dotaku (Bronzeglocken), was die größte Menge für einen einzigen Fundort in Japan darstellt. Aufgrund ihres immensen historischen Wertes wurden diese Fundstücke als Nationalgut (National Treasure) eingestuft. Da die Funde während der Grabungen durch Schwermaschinen zufällig entdeckt wurden, konnte der ursprüngliche Zustand der Bestattung nahezu perfekt dokumentiert werden, was wertvolle wissenschaftliche Erkenntnisse über antike Bestattungsrituale liefert.
Die Entdeckung im Oktober 1996 führte dazu, dass die Arbeiten sofort gestoppt wurden, um die exakte Anordnung der Glocken zu sichern. Die Dotaku stammen aus der mittleren bis späten Yayoi-Zeit. Die Funde zeigen eine Entwicklung von der Verwendung von Steinformen hin zu komplexeren Techniken. Die Ähnlichkeiten mit Funden aus der Kinki-Region deuten auf einen regen Austausch und die Existenz hochspezialisierter Werkstätten hin. Dies macht die Ruinen zu einem Schlüsselort, um die Geschichte der antiken Izumo-Region zu verstehen.

Das faszinierendste Merkmal ist die sogenannte „Schachtelstruktur“ (Ireko), bei der kleinere Glocken in größeren Glocken verstaut wurden – ein extrem seltenes Phänomen. Die Oberfläche der Dotaku ist mit präzisen Mustern wie Wellenlinien oder dem Kesa-dasuki-Muster verziert. Besonders beeindruckend sind die Darstellungen von Tieren und Wesen: Man kann Motive von Gesichtern, Libellen, Hirschen, Wildschweinen und sogar Schildkröten erkennen. Diese Kunstwerke geben tiefe Einblicke in die Naturanschauung und die rituellen Praktiken der damaligen Menschen.
Die Ruinen liegen in einer naturbelassenen Umgebung. Ein Besuch bei Tageslicht ist am besten geeignet, um die Geländeformationen gut erkennen zu können. Da die eigentlichen Exponate (die Dotaku) im Shimane Prefectural Ancient Izumo Historical Museum ausgestellt sind, empfehlen wir eine Kombination aus dem Besuch der Fundstätte und dem anschließenden Museumsbesuch, um die historische Bedeutung vollumfänglich zu erfassen.
Besucher können die ursprünglichen Fundstellen und die Spuren der antiken Bestattungsform vor Ort beobachten. Durch den Abgleich der physischen Fundstelle mit den detaillierten Zeichnungen und Modellen im Museum lässt sich die ästhetische Brillanz der antiken Metallverarbeitung hautnah nachempfinden. Es ist eine Reise durch die Zeit, die das Verständnis für die technologische Entwicklung der Bronzezeit vertieft.
In der Nähe der Kamo Iwakura Ruinen liegt auch die Kōjin-ya Ruine, bekannt für die Entdeckung zahlreicher Bronzeschwerter. Beide Orte stehen in engem Zusammenhang, was durch ähnliche Markierungen auf den Fundstücken belegt wird. Ein Besuch des Shimane Prefectural Ancient Izumo Historical Museum ist der ideale Abschluss, um die Nationalgüter in einem geschützten Rahmen zu bewundern.