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Das Kamitoki Kase-ke Jutaku in Wajima, Ishikawa, ist ein herausragendes Zeugnis der Architektur der späten Edo-Zeit. Als wichtiges Kulturgut (Important Cultural Property) zählt es zu den größten Wohnhäusern der gesamten Hokuriku-Region. Das Anwesen spiegelt den Lebensstil der wohlhabenden Dorfvorsteher (Oshoya) wider, die einst durch Landwirtschaft, Salzgewinnung und Seehandel zu großem Wohlstand kamen. Der zum nationalen Schönes Platz (Meisho) gehörende Garten bildet eine harmonische Einheit aus Architektur und Natur.
Die Geschichte dieses Hauses reicht bis zur Abstammungslinie von Taira no Tokitada zurück, der vor etwa 800 Jahren nach Noto verbannt wurde. Das Anwesen wurde über 25 Generationen hinweg von der Familie Taira weitergegeben. Während der Edo-Zeit befand sich die Region in einer komplexen politischen Lage, doch der 11. Oberhaupt der Familie ließ das heutige monumentale Anwesen errichten. Es heißt, dass der Meisterhandwerker „Anko“ 28 Jahre lang an der Vollendung dieses Meisterwerks arbeitete. Das Gebäude gilt als Höhepunkt der traditionellen japanischen Wohnhausarchitektur der späten Edo-Zeit.

Die beeindruckendste Eigenschaft ist die gewaltige Struktur. Das Dach mit seinem charakteristischen Irimoya-Stil (Giebeldach mit Reetdeckung) und der Haupteingang mit dem prächtigen Karahafu-Giebel aus Zedernholz sind architektonische Meisterwerke. Im Inneren finden Sie die Repräsentationsräume des Dorfvorstehers, die mit prunkvollen Decken (Enkin Oriage Kakuten) und kunstvollen Wandmalereien geschmückt sind. Besonders hervorzuheben sind die Goldblatt-Schiebetüren (Fusama) mit dem Familienwappen „Maru ni Agecho“ (Schmetterling) und die kunstvollen Schnitzereien an den Deckenpaneelen. Auch die massiven Balken und Säulen der riesigen, offenen Halle (Doma) zeugen von der handwerklichen Meisterschaft.
Ursprünglich bot der Garten je nach Jahreszeit eine wechselnde Schönheit, die Besucher in den Bann zog. Aufgrund des schweren Erdbebens an der Noto-Halbinsel am 1. Januar 2024, das massive Schäden an Gebäuden und Bäumen verursachte, ist die Besichtigung vor Ort derzeit eingestellt. Der Garten mit seinem Teich und den umliegenden Bergen war einst ein Paradebeispiel für die Ästhetik der japanischen Landschaftsgestaltung.
Aufgrund der Folgen des Erdbebens und der anschließenden starken Regenfälle in der Reiwa 6 (2024) ist der Zugang zum Gelände und zum Garten derzeit streng untersagt. In friedlicheren Zeiten konnten Besucher durch die Ausstellung von Alltagsgegenständen der Dorfvorsteher und frühen Wajima-Lackwaren (Wajima-nuri) tief in die lokale Kultur eintauchen. Das Anwesen befindet sich derzeit in einem Prozess der Dokumentation und des Wiederaufbaus.
Das Kamitoki Kase-ke Jutaku liegt im Stadtteil Machino in Wajima. Die Region ist bekannt für ihre traditionellen Landschaften und ist das Zentrum der berühmten Wajima-Lackkunst. Da sich die touristische Lage durch die Naturkatastrophen stetig ändert, wird dringend empfohlen, vor einer Reise die aktuellen lokalen Informationen zu prüfen.
ACHTUNG: Aufgrund der Schäden durch das Noto-Halbkreis-Erdbeben und die nachfolgenden Unwetter ist das Betreten des Geländes (Gebäude und Garten) strengstens untersagt. Es besteht Einsturzgefahr! Bitte halten Sie sich zu Ihrer eigenen Sicherheit unbedingt fern. Sobald der Zugang wieder freigegeben wird, folgen Sie bitte den Anweisungen der lokalen Behörden. Da derzeit keine Besichtigungen stattfinden, gibt es keine Informationen zu Eintrittspreisen oder regulären Öffnungszeiten.