
Guide
Die Kakinoshima-ishi Site befindet sich auf einer Küstenterrasse im Bezirk Minami-kappu in Hakodate, Hokkaido. Diese Stätte ist ein außergewöhnlicher Ort, der die Entwicklung der menschlichen Siedlungen über Jahrtausende hinweg – von der frühen bis zur späten Jomon-Zeit – dokumentiert. Ein besonderes Merkmal ist die klare Trennung zwischen den Wohnbereichen, die die Topografie nutzen, und den rituellen Gebieten, die vermutlich für Bestattungen oder Zeremonien genutzt wurden. Inmitten der unberührten Natur am Pazifik können Besucher nachvollziehen, wie die Menschen der Jomon-Zeit im Einklang mit ihrer Umwelt lebten und eine einzigartige Kultur entwickelten.
Die Fundstätte zeugt von einer kontinuierlichen Besiedlung über einen Zeitraum von etwa 9.000 bis 3.500 Jahren vor unserer Zeitrechnung. Ein herausragendes Merkmal ist der etwa 190 Meter lange, hufeisenförmige Erdhügel, der um 2.000 v. Chr. errichtet wurde. Dieser dient als Symbol für die soziale Struktur und die Spiritualität der damaligen Gemeinschaft und fungierte vermutlich als Ort für rituelle Zeremonien oder Bestattungsriten. Die Lage an der Küstenterrasse lässt zudem darauf schließen, dass die Bewohner eine hochentwickelte Lebensweise führten, die stark auf der Nutzung der Meeresressourcen basierte.

Besonders beeindruckend ist die monumentale Erdhügel-Struktur und die damit verbundenen Fundstücke. Zu den außergewöhnlichsten Funden gehört eine Lehmplatte mit den Abdrücken eines Kindesfußes, die tiefe Einblicke in die spirituelle Welt und das Familienleben der damaligen Zeit gewährt. Zudem wurden raffinierte Keramiken wie lackierte Trinkgefäße gefunden, was auf ein hohes technisches Niveau hindeutet. Auch die Entdeckung zahlreicher Stein Gewichte für Fischernetze belegt die Meisterschaft der damaligen Menschen im Fischfang. Diese Artefakte sind weit mehr als bloße Relikte; sie sind lebendige Zeugnisse der menschlichen Existenz und des Glaubens.
Da sich die Stätte auf einer Küstenterrasse befindet, verändert sich die Atmosphäre je nach Jahreszeit. In der Sommermonate (April bis Oktober) ist das Gelände bei hellem Sonnenlicht besonders gut zu erkunden, was ideal für Spaziergänge durch die historische Landschaft ist. Im Winter (November bis März) kann mit Schneefall zu rechnen sein, wesren die Trittsicherheit wichtig ist. Ein Besuch während der hellen Tagesstunden wird empfohlen, um die topografischen Strukturen der Erdhügel in ihrer vollen Pracht zu erfassen und die Verbindung zwischen Natur und antiker Siedlung zu visualisieren.
Besucher können im Hakodate Jomon Culture Exchange Center tiefer in die historische Materie eintauchen. Von April bis Oktober finden dreimal täglich kostenlose Führungen auf Japanisch statt, die fundierte Einblicke in die Bedeutung der Stätte geben. Die Ausstellungen zeigen zudem Werkzeuge, Schmuck und Lackwaren, die die technologische Brillanz der Jomon-Zeit verdeutlichen. Dies bietet die Chance, die Geschichte nicht nur zu sehen, sondern durch die Brille der Archäologie zu erleben.
In der näheren Umgebung finden sich weitere historisch verbundene Stätten wie die Ofuna-Ruinen. Wer sein Wissen vertiefen möchte, sollte zudem das Stadtmuseum Hakodate besuchen, das eine umfangreiche Sammlung kultureller Schätze aus der Region Hokkaido beherbergt. Die Kombination aus der natürlichen Küstenlandschaft und den archäologischen Schätzen macht die gesamte Region zu einem Paradies für Geschichtsenthusiasten.
Da die Stätte in natürlichem Gelände liegt, empfehlen wir festes, bequemes Schuhwerk. Bitte achten Sie auf die saisonale Kleidung. Für die Gebühren im Kulturzentrum ist Bargeld (JPY) erforderlich. Da die englische Beschilderung begrenzt sein kann, empfiehlt sich eine Vorab-Information. Zum Schutz der historischen Substanz ist das Betreten nicht ausgewiesener Bereiche sowie das Berühren der Fundstätten streng untersagt. Für Besucher mit Rollstuhl stehen barrierefreie Wege und Parkplätze in der Nähe der Einrichtungen zur Verfügung.