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Das Kaigun Shireibu-go (Ehemaliges Hauptquartier der Kaiserlichen Marine) war eine strategische Einrichtung, die während der Schlacht um Okinawa als Kommandozentrale für die Truppen der Kaiserlichen Marine diente. Die Anlage besteht aus einem riesigen, etwa 450 Meter langen unterirdischen Gang, der in einer Tiefe von 20 Metern liegt und von etwa 3.000 Soldaten über einen Zeitraum von fünf Monaten mühsam von Hand gegraben wurde. Von den ursprünglichen Strukturen sind heute etwa 300 Meter zugänglich. Die erhaltenen Relikte, wie Spuren von Handgranaten an den Wänden, handschriftliche Notizen der Kommandanten und Spuren des täglichen Lebens, zeugen eindrucksvoll von der Intensität der Kämpfe. Dieser Ort ist weit mehr als eine bloße historische Ruine; er ist ein mahnendes Denkmal, das uns heute die fundamentale Frage nach der Bedeutung des Friedens stellt.
Okinawa war der Ort eines der einzigen Bodenkämpfe in Japan, bei dem die Zivilbevölkerung massiv in die Kampfhandlungen einbezogen wurde. Diese Höhle markiert den Ort, an dem die organisierte Kriegsführung der Kaiserlichen Marine endete. Nach der Zeit der US-Verwaltung wurde im Jahr 1958 der Gedenkturm für die Gefallenen der Marine errichtet. Der Turm hat eine markante Form, die an ein Kriegsschiff erinnert, und ragt in den Himmel von Okinawa. Vom Platz vor dem Denkmal aus bietet sich zudem ein weiter Blick über das historische Shuri und die Stadt im Süden, wodurch die Verbindung zwischen der bewegten Geschichte und der heutigen Landschaft deutlich wird.

Die Einrichtung bietet umfassende Möglichkeiten, die Geschichte aus verschiedenen Perspektiven zu verstehen. Im Dokumentationszentrum im Erdgeschoss werden die Baugeschichte der Höhle sowie die Ereignisse während der Kämpfe durch Paneele, Modelle, Videos und Originaldokumente vermittelt. Eine Besonderheit ist die „Sonderausstellung für nicht öffentliche Fundstücke“, in der Alltagsgegenstände und militärische Ausrüstungen gezeigt werden, die das harte Leben der Soldaten dokumentieren. Im Dokumentationszentrum im zweiten Stock finden Sie zudem eine wertvolle Fotosammlung, die den Zustand der Kämpfe und die Atmosphäre innerhalb der Höhle einfängt. Diese visuelle Dokumentation ermöglicht eine tiefe Auseinsetzung mit der Geschichte in einer Atmosphäre der Stille.
Die Anlage ist das ganze Jahr über täglich von 09:00 bis 17:00 Uhr geöffnet (letzter Einlass um 16:30 Uhr). Da die Höhle unter der Erde liegt, bleibt das Klima dort relativ stabil und ist weniger anfällig für Außentemperaturen. Ein Besuch am Vormittag oder Mittag bietet die Gelegenheit, den blauen Himmel und das Grün rund um den Gedenkturm zu genießen, während die ruhigen Nachmittagsstunden ideal sind, um sich konzentriert mit den Ausstellungen im Dokumentationszentrum zu beschäftigen. Ein Besuch mit ausreichend Zeit vor dem letzten Einlass wird empfohlen.

Für die Friedensbildung werden spezielle Programme angeboten. Für Schulklassen oder Gruppen gibt es kurze Vorträge (ca. 10 Min.) vor dem Gedenkturm sowie ausführliche geführte Touren (ca. 50 Min.) durch spezialisierte Guides. Diese Touren führen die Besucher vom Gedenkturm über die Fotogalerie und das Dokumentationszentrum bis hin in die eigentlichen Höhlengänge, um den historischen Kontext detailliert zu erläutern. Im Souvenirshop können zudem T-Shirts mit Originalmotiven oder Artikel mit Bezug zur Geschichte Okinawas erworbt werden.
Der Kaigun Shireibu-go Park ist ein weitläufiges Stadtparkgelände auf etwa 66.000 Quadratmetern. Er ist in verschiedene Zonen unterteilt: die „Historische Zone“ zum Lernen, die „Play Zone“ mit Spielgeräten für Kinder, die „Grüne Waldzone“ zur Naturerfahrung und die „Festplatz-Zone“ für Freizeitaktivitäten wie Gateball. Nach dem Besuch der historischen Stätten lädt der Park Familien dazu ein, die Natur zu genießen.
Da der Weg durch die Höhle über Treppen und unebene Stellen führt, wird dringend das Tragen von festem, bequemen Schuhwerk empfohlen. Die Luftfeuchtigkeit und Temperatur unter der Erde kann von der Außenwelt abweichen, daher ist Kleidung im Zwiebelprinzip ratsam. Für die Zahlung vor Ort können neben Bargeld auch Kreditkarten oder lokale IC-Karten genutzt werden. Falls Sie die Höhle mit einem Rollstuhl besuchen möchten, ist dies aufgrund der Treppen nur über eine spezielle Rampe möglich; bitte kontaktieren Sie das Zentrum vorab telefonisch zur Abstimmung. Bitte achten Sie als Zeichen des Respekts auf eine ruhige Atmosphäre, da es sich um eine Gedenkstätte handelt.