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Jomyoji ist ein Tempel der Kencho-ji-Schule des Rinzai-Sektors in der Stadt Kamakura, Präfektur Kanagawa. Als fünfter der fünf bedeutenden Tempel von Kamakura (Kamakura Gozan) besitzt er eine tiefe historische Bedeutung, die eng mit dem Ashikaga-Clan verknüpft ist. Das Gelände beherbergt wertvolle historische Gebäude und Gärten, die als nationale Kulturdenkmäler und geschützte Gebiete von Kanagawa gelten. Besonders die wechselnden Landschaften – von den prachtvollen Pfingstrosen im Frühling über die herbstliche Laubfärbung bis hin zum Karesansui-Steingarten am Teehaus Kisen-an – bieten Besuchern zu jeder Jahreszeit ein einzigartiges Erlebnis.
Die Gründung des Tempels wird auf das Jahr 1184 (Bunji 4) datiert, als er von Ashikaga Yoshikane, einem engen Vertrauten von Minamoto no Yoritomo, errichtet wurde. Der Tempel ist tief in der Geschichte der Kamakura-Zeit verwurzelt und weist Verbindungen zu bedeutenden Persönlichkeiten wie Hojo Masako und Minamoto no Sanetomo auf. Auf dem Gelände befindet sich unter anderem die Grabstätte von Ashikaga Sadauji, was die tiefe Verbindung zur Kriegerklasse (Samurai) der Kamakura-Zeit unterstreicht. Auch lokale Legenden, wie die der Ortsbezeichnung „Inagiri“, verleihen dem Ort eine besondere Atmosphäre.

Ein Highlight ist die Haupthalle (Hondo) mit ihrer imposanten Architektur im Yosemune-Stil. In der Nähe der Halle finden sich Gebäude, die mit Materialien aus der Muromachi-Zeit errichtet wurden, was einen faszinierenden Einblick in die damalige Architektur ermöglicht. Ein weiterer bedeutender Ort ist die Pagode (Hogyoin-to), die als Grabmal von Ashikaga Sadauji gilt. Zudem bietet das Gelände vielfältige historische Anknüpfungspunkte, wie die Legenden rund um Inari-yama oder die Überreste eines westlich geprägten Gebäudes, das von bedeutenden Architekten gestaltet wurde. Die saisonale Flora macht jeden Besuch zu einem neuen Erlebnis.
Die Natur im Tempel ist ein ständiger Wandel: Im Frühling locken die Pfingstrosen, im Winter die Pflaumenblüten und im Herbst die leuchtende Laubfärbung. Besonders die Herbstmonate und die Pfingstrosenzeit im Frühjahr sind aufgrund der intensiven Farben sehr empfehlenswert. Für eine entspannte Atmosphäre eignet sich der Vormittag oder Nachmittag besonders gut, um die Gartenanlagen zu erkunden oder eine Teezeremonie zu genießen. In der Nähe des Tempels gibt es zudem ein Restaurant in einem ehemaligen westlichen Gebäude, das eine idyllische Umgebung für eine Pause bietet.

Im Teehaus „Kisen-an“ können Besucher die traditionelle japanische Teezeremonie erleben. Man kann Matcha zusammen mit saisonalen Süßigkeiten genießen, was eine wunderbare Gelegenheit bietet, die japanische Teekultur in Ruhe zu erfahren. Das Angebot umfasst Matcha mit Trockensüßigkeiten (660 Yen) oder Matcha mit frischen Süßigkeiten (1.100 Yen) (Preise exkl. MwSt.). Während Einzelpersonen ohne Reservierung kommen können, ist für Gruppen ab 10 Personen eine vorherige Anmeldung erforderlich. Es ist ein Ort der Stille und Kontemplation.
Die Umgebung von Jomyoji gehört zum Gebiet Nikaido-Jomyoji, das für seine gut erhaltenen historischen Straßenbilder bekannt ist. In der Nähe finden sich weitere Tempel und malerische Wanderwege. Ein besonderer Tipp ist der Besuch des angrenzenden „Ishigama Garden Terrace“, wo man in einer charmanten englischen Gartenlandschaft speisen kann. Der Tempel ist gut mit dem Bus von der Station Kamakura aus erreichbar, was ihn zu einem idealen Stopp auf einer Rundreise durch Kamakura macht.
Bitte beachten Sie die Regeln des Tempels. Für den Eintritt und die Teezeremonie ist oft Bargeld erforderlich. Für die Teezeremonie im Kisen-an empfiehlt es sich, die Preise vorab zu prüfen. Da das Gelände teilweise uneben ist, wird das Tragen von bequemen Wanderschuhen empfohlen. Das Fotografieren ist im Gelände erlaubt, jedoch ist das Fotografieren von Buddha-Statuen und in bestimmten Bereichen oft untersagt – bitte achten Sie auf die örtlichen Hinweisschilder. Es stehen öffentliche Toiletten auf dem Gelände zur Verfügung.