
Guide
In den Gebieten Kannawa und Kamegawa in Beppu gibt es sieben sogenannte „Jigoku“ (Höllen), die durch die gewaltige Kraft der Natur mit heißem Wasser und aufsteigendem Dampf entstanden sind. Wichtig zu wissen: Diese Orte dienen nicht zum Baden, sondern zur Besichtigung der spektakulären Naturphänomene. Die Farben sind atemberaubend: das strahlende Türkis des Umi Jigoku, das feurige Rot der Chinoike Jigoku oder das reine Weiß des Shiraike Jigoku. Vier dieser Orte (Umi Jigoku, Chinoike Jigoku, Shiraike Jigoku und Takemaki Jigoku) sind als nationale Schauplätze von besonderer Schönheit ausgewiesen und symbolisieren den Reichtum der japanischen Thermalressourcen.
Der Begriff „Jigoku“ (Hölle) wurde bereits 1694 in dem Werk „Hokoku Kiko“ von Kaibara Ekken erwähnt. Während diese Orte einst als furchteinflößende, unzugängliche Orte galten, entwickelten sie sich mit der Erschließung von Onsen-Villen zu einem beliebten Touristenziel. Seit der Modernisierung der Anlagen am Umi Jigoku im Jahr 1910 festigte sich die Region von der Taisho- bis zur Showa-Ära als bedeutendes Ausflugsziel. Heute sind sie weltweit einzigartige Orte, an denen man die Naturgewalten aus sicherer Entfernung bewundern kann.

Jede der sieben Höllen hat ihren eigenen Charakter. Das Umi Jigoku besticht durch sein smaragdgrünes, heißes Wasser. Die Chinoike Jigoku hingegen zeigt ein dynamisches, rötliches Wasser, das an Blut erinnert. Die Kinryu Jigoku ist bekannt für den goldenen Dampf, der bei Sonneneinfall wie ein goldener Drache wirkt, und bietet eine ehrfurchtgebietende Atmosphäre. In der Banzan (Myoban) Jigoku können Sie zudem die traditionelle Produktion von „Yuwana“ (Mineralien aus heißen Quellen) erleben, die seit der Edo-Zeit besteht, und die geothermische Aktivität rund um die traditionellen Strohdachhütten hautnah spüren.
Die Jigoku-Tour ist das ganze Jahr über ein Erlebnis. Besonders empfehlenswert ist der Besuch bei Sonnenschein, da das Licht die Farben des heißen Wassers intensiviert. Orte wie die Kinryu Jigoku wirken besonders majestätisch im Morgenlicht, während das Umi Jigoku bei hellem Tageslicht seine volle Farbkraft entfaltet. Um die Zeit optimal zu nutzen, empfiehlt sich die Nutzung der regelmäßigen Sightseeing-Busse, die Sie effizient von einer Station zur nächsten bringen.

Die Tour bietet mehr als nur visuelle Eindrücke. In der Nähe der Myoban Jigoku können Sie die tiefe Verbindung zwischen den heißen Quellen und der lokalen Esskultur (wie dem „Jigoku-mushi“, dem Dämpfen mit heißem Wasserdampf) verstehen. Einige Stationen bieten zudem Ausstellungen über die Flora und Fauna, die durch die thermische Energie begünstigt werden. Mit dem Sightseeing-Bus können Sie die Essenz der Onsen-Kultur erleben, ohne sich um den Transport kümmern zu müssen.
Die Umgebung von Beppu ist reich an kulturellen Einrichtungen. Im Kannawa-Onsen-Viertel können Sie die traditionelle Onsen-Kultur und kulinarische Spezialitäten genießen, die mit der Hitze der Quellen zubereitet werden. Die Region ist zudem über die Beppu-Autobahn (Beppu IC) sehr gut erreichbar und lässt sich ideal mit einem Ausflug nach Yufuin kombinieren.

Da an den Standorten viel heißes Wasser und Dampf aufsteigen, ist die Luftfeuchtigkeit und Temperatur oft hoch. Tragen Sie bequeme Schuhe. Die meisten Standorte verfügen über Parkplätze, aber die Nutzung des öffentlichen Verkehrs oder der Sightseeing-Busse ist oft stressfreier. Achne Sie beim Fotografieren auf Ihre Sicherheit und halten Sie sich unbedingt auf den markierten Wegen, da die Gefahr durch austretenden Dampf besteht. Für die Bezahlung der Eintrittsgelder können Sie vor Ort sowohl Einzel- als auch Kombitickets erwerben.