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Iwayaji
10 Min. LesezeitÜbersicht und Reiz
Iwayaji ist ein Tempel der Shingon-Schule der Tendai-Sekte in Kumakogen, Ehime, und bekannt als der 45. Tempel der berühmten Shikoku 88-Tempel-Wallfahrt. Auf einer Höhe von etwa 565 m gelegen, ist dieser Ort ein spektakulärer Bergtempel, der von massiven Felswänden und einem uralten Eichenwald umgeben ist. Die Hauptgottheit ist Fudo Myoo, wobei der Glaube die Besonderheit hat, dass der gesamte Berg als heiliger Körper der Gottheit betrachtet wird. Entlang der Pfade finden sich unzählige Steinfiguren, die eine einzigartige, spirituelle Atmosphäre schaffen.
Geschichte und kultureller Hintergrund
Die Geschichte des Tempels reicht zurück, als der legendäre Mönch Kobo Daishi (Kukai) im Jahr 815 diesen Ort besuchte. Es wird überliefert, dass er die spirituelle Struktur festigte, indem er eine Holzstatue von Fudo Myoo in der Haupthalle und eine Steinstatue in der Felsengrotte des inneren Schreins anbetete. Der Tempel ist ein tief verwurzeltes Ziel der Pilgerfahrt. Obwohl viele Gebäude durch Brände in der Meiji-Zeit zerstört wurden, wurden die Daishido-Halle, die Haupthalle und das Tempeltor in der Taisho- und Showa-Ära sorgfältig wiederaufgebaut. Heute sind diese Bauten als wertvolles Kulturerbe geschützt, das traditionelle japanische Architektur mit feinen Details verbindet.

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten
Iwayaji bietet eine faszinierende Verschmelzung von Natur und Architektur:
- *Daishido-Halle**: Dieses nationale Kulturgut besticht durch seine einzigartige Architektur, die Elemente wie die Entasis (Säulenverjüngung) und subtile westliche Einflüsse in den traditionellen Stil integriert.
- *Haupthalle (Hondo)**: Ein im Jahr 1927 fertiggestelltes Gebäude, in dem die Verehrung von Fudo Myoo und weiteren Gottheiten praktiziert wird.
- *Steinfiguren und Pfade**: Der Aufstieg ist gesäumt von einer enormen Anzahl an Stein-Buddhas, die den Weg säumen und bei jedem Schritt die Landschaft verändern.
- *Ana Zenjo (Wasser-Schrein)**: Direkt unter der Haupthalle befindet sich eine etwa 20 Meter tiefe Höhle, in der Gottheiten verehrt werden und aus der natürliches Wasser quillt.
- *Nio-Tor**: Ein historisches Tor aus dem Jahr 1790, das die Beständigkeit des Glaubens ausstrahlt.
- *Oku-no-in (Innerer Schrein)**: Ein dynamischer Ort für spirituelle Übungen, der durch enge Felsspalten und Leitern erreichbar ist.
Empfehlungen nach Jahreszeit und Zeit
Iwayaji zeigt sich saisonal von seiner besten Seite. Besonders am 21. März (nach dem Mondkalender) zieht das 'Kobo Daishi Ennichi' mit speziellen Zeremonien viele Besucher an. Auch die Silvesterfeierlichkeiten und das 'Otoshi-Matsuri' im Mai sind bedeutende Ereignisse. Die Zeit des frischen Grüns im Frühling oder der herbstlichen Laubfärbung bietet die intensivsten Kontraste zwischen den Felswänden und dem Wald. Da es sich um ein Bergheiligtum handelt, sollten Sie auf Wetterumschwünge achten.

Aktivitäten und spirituelle Erfahrung
Besucher können tiefer in die buddhistische Kultur eintauchen:
- *Spirituelle Übungen**: Es gibt Möglichkeiten zur Meditation (Ajikan) oder zum Schreiben von Sutren (Shakyo), sofern dies vorab geklärt wurde.
- *Sanju-Doji-Pilgerweg**: Eine besondere Erfahrung ist das Wandern entlang der Pfade der 36 Kinder-Gottheiten.
- *Omotenashi (Gastfreundschaft)**: Gelegentlich gibt es die Tradition der 'Osettai', bei der Pilger mit lokaler Speise wie Udon empfangen werden.
Umgebung
Iwayaji ist ein zentraler Punkt auf der Shikoku-Pilgerroute. In der Nähe befinden sich weitere wichtige Tempel wie der Daiho-ji (44. Tempel). Die Region Kumakogen eignet sich zudem hervorragend für Wanderungen in der unberührten Natur.

Wichtige Hinweise für Besucher
Da Iwayaji ein Bergtempel ist, beachten Sie bitte Folgendes:
- *Kleidung**: Aufgrund der steilen Treppen und Felsen sind feste Wanderschuhe oder Sneaker absolut notwendig. Tragen Sie Kleidung für wechselnde Temperaturen.
- *Bezahlung**: Für Spenden, Talismane (Omamori) oder die Nutzung der Parkplätze ist **nur Bargeld** erforderlich. Kreditkarten werden nicht akzeptiert.
- *Sprache**: Es gibt Hinweisschilder, aber eine detaillierte englische Erklärung durch das Personal ist begrenzt.
- *Barrierefreiheit**: Der Ort ist aufgrund der vielen Stufen und steilen Pfade leider nicht barrierefrei und für Rollstuhlfahrer ungeeignet.