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Der Iwamoto-ji in der Stadt Shimanto (Landkreis Takaoka, Präfektur Kochi) ist ein bedeutender Tempel der Shingon-Schule (Zizan-Linie) und bildet die 37. Station des berühmten Shikoku-Pilgerwegs. Seine Ursprünge reichen bis in die Tenpyo-Ära (729–749 n. Chr.) zurück, als der legendäre Mönch Gyoki den Tempel auf Befehl des Kaisers errichtete. Das spektakulärste Merkmal ist die Decke der Haupthalle: Bei einem Umbau im Jahr 1978 wurden 575 verschiedene Motive aus den Bereichen Natur, Blumen, Vögel und menschliche Mandalas kombiniert, die das Dach in ein farbenprächtiges Kunstwerk verwandeln. Zudem ist der Tempel für seine einzigartige Verehrung von fünf verschiedenen Hauptgottheiten bekannt.
Die Geschichte des Iwamoto-ji ist tief in der japanischen Mythologie verwurzelt. Es wird überliefert, dass der Mönch Gyoki den Tempel nahe dem Niida Myojin errichtete, um Schutz vor Unheil zu erflehen. Früher als Niida-ji bekannt, spielte der Ort eine zentrale Rolle für die lokale Gemeinschaft. Eine Legende besagt, dass der große Meister Kobo Daishi (Kukai) die ursprüngliche Gottheit in fünf verschiedene Manifestationen aufteilte: Fudo Myoo, Kannon, Amida Nyorai, Yakushi Nyorai und Jizo Bosatsu. Trotz schwieriger Zeiten während der Sengoku-Zeit und der Trennung von Shintoismus und Buddhismus in der Meiji-Ära wurde der Tempel immer wieder restauriert und bewahrt bis heute sein spirituelles Erbe.

Das Herzstück des Iwamoto-ji ist die 'Kaku-Tenjo' (Gestufte Decke) der Haupthalle. Die 575 unterschiedlichen Malereien bieten dem Besucher ein visuelles Erlebnis von unendlicher Vielfalt. Ein weiteres historisches Juwel ist die Daishi-do-Halle, ein Gebäude aus der Zeit vor etwa 200 Jahren, das die Beständigkeit des Tempels unterstreicht. Die spirituelle Tiefe wird durch die fünf Hauptgottheiten verstärkt, bei denen die Rezitation spezifischer Mantras (Mudras) eine zentrale Rolle in der rituellen Praxis spielt.
Der Tempel ist das ganze Jahr über ein Ort lebendiger Traditionen. Besonders empfehlenswert sind die Neujahrsgebeten im Januar, das Setsubun-Fest im Februar oder das Kobo-Daishi-Fest im März. Auch das Blumenfest im April bietet eine wunderschöne Kulisse. Da der Tempel Teil des Shikoku-Pilgerwegs ist, ist er auch zu den typischen Pilgerzeiten im Juni und November ein wichtiger Anlaufpunkt. Die hellen Tagesstunden sind ideal, um die feinen Details der Deckenmalereien bei natürlichem Licht zu bewundern.
Besucher können durch das Rezitieren der Mantras der fünf Gottheiten eine tiefe spirituelle Konzentration erfahren. Für Pilger, die den Shikoku-Henro-Weg beschreiten, bietet der Tempel zudem die Möglichkeit eines Aufenthaltes in einem Shukubo (Tempelherberge) – dies erfordert jedoch eine vorherige Reservierung. Es ist ein Ort der Stille und der Selbstreflexion.
Der Iwamoto-ji liegt in der Nähe des Shimanto-Flusses, bekannt für sein klares Wasser, in der malerischen Landschaft von Shimanto-cho. Die Umgebung ist geprägt von natürlicher Schönheit, die perfekt mit der historischen Atmosphäre des Tempels harmoniert. Die Anreise ist über die Nationalstraße 56 gut möglich.
Bitte beachten Sie bei Ihrem Besuch die Regeln des Tempels. Da viele Zahlungen (wie Spenden oder der Kauf von Amuletten) in bar erfolgen, empfehlen wir, ausreichend Münzen und Scheine mitzuführen. Achten Sie auf die Beschilderung bezüglich Fotoverboten in der Haupthalle. Da der Tempel über Treppen und unebene Wege verfügt, ist festes, bequemes Schuhwerk für den Besuch sehr empfehlenswert.