
Guide
Das Iwakuni Gakko Kyoiku Shiryokan ist ein Museum, das die Bildungsgeschichte der frühen Meiji-Zeit lebendig hält. Das Gebäude selbst ist als kulturelles Gut der Präfektur Yamaguchi ausgewiesen und besticht durch einen einzigartigen Mischstil aus japanischen und westlichen Architekturlementen, der die turbulente Ära der Meiji-Restauration widerspiegelt. Hier können Besucher wertvolle Dokumente über Persönlichkeiten entdecken, die die moderne Entwicklung Japans maßgeblich vorangetrieben haben, sowie Einblicke in die damalige Bildung und das tägliche Leben gewinnen.
Die Wurzeln dieses Ortes reichen bis in das Jahr 1870 (Meiji 3) zurück. Damals ordnete der zweite Daimyō von Iwakuni, Yoshikawa Tsunetake, eine Bildungsreform für die Jugend der Region an, was zum Bau einer Militär- und eine zivilen Schule in der Nähe des heutigen Standorts führte. Die Schule wurde im Februar 1871 eröffnet. Ursprünglich in traditioneller japanischer Bauweise errichtet, wurde 1872 ein dritter Stock hinzugefügt. Dabei wurden westliche Elemente wie Stahlplatten für das Dach, Bogenfenster und westliche Türen integriert. Dieser hybride Stil ist ein Symbol für die Zeit der 'Bunmei Kaika' (Zivilisation und Aufklärung) und gilt als ein außergewöhnliches Beispiel für die Architektur dieser Ära.
Im Inneren des Museums finden sich zahlreiche Spuren bedeutender Persönlichkeiten der japanischen Moderne. Ein absolutes Highlight ist die Ausstellung über Ichisuke Fujioka, der als 'Vater der japanischen Elektrizität' gilt. Er war derjenな, der 1878 in Japan erstmals erfolgreich einen Lichtbogen zur Entzündung nutzte; rund 3.500 Exponate dokumentieren diesen Meilenstein. Zudem wurden hier Persönlichkeiten wie der Schriftsteller Kunikida Doppo, die Dichterin Unno Chiyo sowie der Eisenbahn-Experte Oya Gonpei ausgebildet. Diese Exponate ermöglichen es, die Bildungsstandards und den gesellschaftlichen Wandel der damaligen Zeit hautnah zu erleben.
Das Museum ist das ganze Jahr über geöffnet und bietet je nach Tageszeit unterschiedliche Eindrücke. Besonders die Architektur der Meiji-Ära wirkt je nach Sonnenstand sehr unterschiedlich. Während der hellen Mittagsstunden lassen sich die architektonischen Details wie die Fensterbögen und die Textur der Wände besonders gut beobachten. Ein sonniger Tag eignet sich hervorragend, um die historische Ästhetik des Gebäudes und der Umgebung in vollem Glanz zu genießen.
Besucher können weit mehr als nur die Architektur bewundern. Das Thema der technologischen Entwicklung, insbesondere der Elektrizität, steht im Fokus. Im Gedenkbereich für Ichisuke Fujioka können Sie die Geschichte der technologischen Innovation in Japan nachvollziehen. Durch die Bildungs- und Volkskundematerialien erhalten Sie zudem ein tiefes Verständnis für die Lebensweise und die Bildungstraditionen der damaligen Schüler.
In der Nähe des Museums befinden sich weitere historische Highlights von Iwakuni. So ist die berühmte Kintai-Brücke in fußläufiger Entfernung erreichbar, was einen idealen Kulturpfad ermöglicht. Zudem gibt es in der Umgebung Thermalquellen (Onsen) und weitere lokale Museen, die eine umfassende Reise durch die Geschichte von Iwakuni abrunden.
Bitte beachten Sie, dass im Inneren des Gebäudes die Schuhe ausgezogen werden müssen. Wir empfehlen daher, Schuhe zu tragen, die leicht an- und auszuziehen sind. Es ist zudem höflich, Socken zu tragen. Da es sich um sehr wertvolle historische Dokumente handelt, ist das Berühren der Exponate streng untersagt. Bitte verhalten Sie sich im Gebäude ruhig, um die Konzentration der anderen Besucher nicht zu stören.