
Guide
Die Irie-Takasago Kaizuka ist eine bedeutende archäologische Stätte in der Stadt Toyako (Distrikt Abuta, Hokkaido), die aus der Zeit vom späten frühen bis zum mittleren späten Jomon-Zeitalter (ca. 3.500 bis 800 v. Chr.) stammt. Die Stätte wurde 1988 als nationales historisches Denkmal ausgewiesen und 2021 als Teil der „Jomon-Stätten in Hokkaido und Nord-Ostjapan“ in das UNESCO-Welterbe aufgenommen. Sie liegt auf einem etwa 10 bis 20 Meter hohen Plateau mit Blick auf die Uchiura-Bucht und ist ein unverzichtbares Zeugnis dafür, wie die Menschen damals die Ressourcen des Meeres und der Berge nutzten.
Diese Stätte vermittelt die Siedlungsformen der sesshaften Jomon-Kultur. Die Siedlung besteht aus Wohnbereichen mit Grubenhäusern und einem Grabbereich mit Erdgruben. Die Fundstücke zeugen von einer hochentwickelten Lebensweise und sozialen Struktur. Neben Muscheln wie Asari und Miesmuscheln wurden Knochen von Fischen wie Lachs, Barsch und Thunfisch sowie Überreste von Hirschen und Delfinen entdeckt, was auf eine intensive Nutzung von Jagd und Fischerei hindeutet. Besonders faszinierend sind die Schmuckstücke aus Wildschwein-Zähnen und Muschelringe aus weit entfernten Regionen, die auf einen regen Austausch mit anderen Gebieten schließen lassen.

Ein Highlight ist die Darstellung der Muschelschichten und die Vielfalt der Fundstücke, die das tägliche Leben der Jomon-Zeit lebendig werden lassen. Es wurden auch Knochenwerkzeuge wie Angelhaken und Harpunen gefunden, die die technologische Entwicklung verdeutlichen. Ein besonders bewegender Fund ist das Skelett eines erwachsenen Mannes, der Anzeichen einer Muskelatrophie zeigte. Dieser Fund gilt als Beweis für die soziale Fürsorge innerhalb der Gemeinschaft, da er zeigt, dass Menschen mit Behinderungen oder Krankheiten in der Jomon-Zeit langfristig gepflegt und unterstützt wurden.
Die Stätte liegt auf einem offenen Plateau über der Uchiura-Bucht und bietet je nach Jahreszeit unterschiedliche Panoramablicke. An klaren Tagen lässt sich die Verbindung zwischen der antiken Landschaft und dem heutigen Blick auf das Meer wunderbar nachempfinden. Im dazugehörigen Informationszentrum „Irie-Takasago Kaizuka-kan“ können Besucher durch die Ausstellungen auch die saisonalen Veränderungen der Umwelt und die Nutzung der natürlichen Ressourcen vertieft verstehen.
Im Informationszentrum Irie-Takasago Kaizuka-kan können Sie direkt vor den Exponaten die Lebensweise der Jomon-Zeit studieren. Die feine Handwerkskunst, wie der Schmuck aus Wildschwein-Zähnen, beeindruckt durch ihre Detailgenauigkeit. Zudem gibt es Möglichkeiten, die Struktur der Muschelschichten aus einer archäologischen Perspektive direkt vor Ort zu betrachten.
Die Stätte ist in die wunderschöne Natur von Toyako eingebettet. Ein Spaziergang entlang der Küste mit Blick auf die Uchiura-Bucht ist nach der Besichtigung der historischen Stätte sehr zu empfehlen. Da sich in der Nähe auch viele andere touristische Attraktionen rund um den Toya-See befinden, lässt sich die Reise ideal mit Naturerlebnissen kombinieren.
Da sich die Stätte in einer natürlichen Umgebung auf einem Plateau befindet, empfehlen wir festes, bequemes Schuhwerk für die Wege. Bitte achten Sie im Inneren der Gebäude auf den Schutz der Exponate.