
Guide
Iō-ji ist ein Tempel der Shingon-Schule (Daikaku-ji-Zweig) in Tomonoura, Stadt Fukuyama, Präfektur Hiroshima. Er gilt als einer der ältesten Tempel der Region und liegt am Hang des Berges Ushiro. Das absolute Highlight ist der Weg zur „Taishiden“, die sich noch höher als die Haupthalle befindet. Nach dem Bewältigen von etwa 583 Steinstufen eröffnet sich ein unvergleichlicher Panoramablick auf das ruhige Seto-Binnenmeer und die historische Stadtlandschaft von Tomonoura mit ihrem markanten Leuchtturm. Diese malerische Kulisse ist auch als Drehort für verschiedene Filme und Animes bekannt.
Die Geschichte des Tempels reicht bis ins Jahr 826 (Tenchō 3) zurück, als er von dem berühmten Mönch Kūkai (Kōbō Daishi) gegründet wurde. Obwohl der Tempel einst durch ein Feuer zerstört wurde, wurde er in der Keichō-Ära durch den Herrscher der Burg Tomo wiederaufgebaut. Die Hauptstatue, die „Holzstatue des stehenden Yakushi Nyorai“, ist ein als wichtiges Kulturgut der Präfektur Hiroshima eingestuft und repräsentiert den Stil der Heian-Zeit. Interessanterweise gibt es auch Aufzeichnungen aus dem Jahr 1826, wonach der niederländische Arzt Siebold den Pfaden des Tempels zur Beobachtung der Flora nutzte.

Es gibt mehrere Punkte, die einen Besuch lohnen. Zuer vor den zwei Nio-Wächterfiguren am Tempeltor, die Besucher mit einem fast schon charmanten Gesichtsausdruck begrüßen. Ein weiteres Highlight ist die oben erwähnte Holzstatue des Yakushi Nyorai, die als Symbol für Heilung und Genesung verehrt wird. Der ikonischste Ort ist jedoch die Aussicht von der Taishiden: Von dort oben blickt man majestätisch auf die Inseln des Seto-Binnenmeeres und die historische Architektur von Tomonoura. In der Nähe der Haupthalle finden Sie zudem eine Glockenstube, die mit der Geschichte von Fukushima Masanori verbunden ist, sowie alte Steinmonumente und Mauern.
Die Atmosphäre des Ortes verändert sich je nach Tageszeit. Am Vormittag ist es meist ruhiger, was eine meditative Atmosphäre für das Gebet schafft. Tagsüber leuchtet das Blau des Seto-Binnenmeeres am intensivsten. Besonders empfehlenswert ist der späte Nachmittag: Wenn die Sonne untergeht, taucht ein goldenes Licht die Stadtlandschaft in ein warmes Licht – ideal für Fotografen. Der Tempel ist das ganze Jahr über sehenswert, doch im Sommer sollten Sie aufgrund der steilen Treppen unbedingt auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten.

Ein Besuch bei Iō-ji kombiniert spirituelle Andacht mit einer leichten Wanderung. Der Aufstieg zur Taishiden über die 583 Stufen füh-lt sich wie eine kleine Wanderung an und bietet ein gesundes Training. Das Gefühl der Erleichterung, wenn man oben ankommt und den weiten Blick über die Inselwelt genießt, ist ein einzigartiges Erlebnis. Dies lässt sich hervorragend mit einem Spaziergang durch die historischen Gassen von Tomonoura kombinieren.
In der Nähe von Iō-ji gibt es viele weitere historische Orte. Dazu gehört das „Masuya Seiemon-Haus“, das als Versteck von Ryoma Sakamoto bekannt ist, sowie die Wanderwege der Insel Senjuku. Auch benachbarte Tempel wie Jikan-ji oder Jitoku-in teilen diese historische Atmosphäre. Ein klassischer Rundweg führt vom Tempel auf dem Hügel hinunter in die tiefer gelegene Stadt, um die historischen Gebäude und engen Gassen zu erkunden.

Bitte beachten Sie bei Ihrem Besuch folgende Punkte: