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Die Ino no Tanada (Reisterrassen von Ino) in der Stadt Akiota, Präfektur Hiroshima, bewahren das Bild des ursprünglichen Japans. Die Terrassen wurden 1999 als eine der „100 schönsten Reisterrassen Japans“ ausgewählt und fanden 2015 internationale Anerkennung, als das US-Nachrichtennetzwerk CNN sie als einen der „31 schönsten Orte Japans“ bezeichnete. Die Terrassen liegen in einem Becken auf einer Höhe von 500 bis 550 Metern über dem Meeresspiegel und zeichnen sich durch das beeindruckende Panorama von 324 übereinander gestaffelten Feldern aus. Die Region setzt sich seit Jahren intensiv für den Erhalt dieser Kulturlandschaft und die Belebung des ländlichen Raums ein.
Die Geschichte dieses Ortes reicht weit zurück, vermutlich bis zur Landgewinnung am Ende der Heian- oder Beginn der Kamakura-Zeit. Die Technik der Steinmauern, die die Terrassen stützen, wird oft mit der Ära der lokalen Herrscher (Kikkawa-Clan) während der Sengoku- oder Azuchi-Momoyama-Zeit in Verbindung gebracht. Viele der heute sichtbaren Steinmauern sind etwa 500 Jahre alt und zeugen von der Beständigkeit der lokalen Baukunst. Bereits in historischen Dokumenten aus dem Jahr 1638 wurde die Größe dieser landwirtschaftlichen Flächen dokumentiert. Heute fördern lokale Initiativen den Austausch mit Stadtbewohnern, um die traditionellen Anbaumethoden lebendig zu halten.

Das Highlight ist der Blick auf die terrassenförmigen Felder, die von steilen Bergen umgeben sind. Die Steinmauern bestehen aus Granit und wirken durch ihre vertikale Struktur besonders kraftvoll. Für Besucher gibt es gut ausgebaute Aussichtsplattformen, Parkplätze und Toiletten. Je nach Tageszeit und Lichtverhältnissen verändert sich die Atmosphäre der Landschaft dramatisch. Da die Landschaft durch lokale Gemeinschaften gepflegt wird, kann man hier die tiefe Verbindung zwischen Mensch und Natur hautnah erleben.
Die Ino no Tanada zeigt jedes Jahr ein neues Gesicht: Im Frühling spiegeln die wassergefüllten Terrassen den Himmel, im Sommer leuchtet das satte Grün des Reises, im Herbst verwandelt sich die Landschaft in ein goldenes Meer und im Winter herrst eine stille, meditative Atmosphäre. Besonders empfehlenswert sind die Stunden mit tiefstehender Sonne oder klare Tage mit strahlendem Himmel. Zudem gibt es saisonale Events wie das Pflanzen der Reispflanzen im Juni oder die Ernte im Oktober, die einen direkten Einblick in die japanische Landwirtschaft geben.

Neben der reinen Naturbeobachtung bietet die Region authentische kulturelle Erlebnisse. Jedes Jahr im Juni und Oktober finden spezielle Veranstaltungen statt, bei denen Besucher beim Pflanzen oder Ernten der Reispflanzen helfen können. Diese Events dienen dem Austausch zwischen Stadt und Land und bieten eine seltene Gelegenheit, die traditionelle Agrarkultur Japans aktiv mitzugestalten.
Die Umgebung von Akiota ist geprägt von unberührter Natur und eignet sich hervorragend für einen Ausflug. Es gibt zahlreiche Orte für Naturwanderungen und historische Entdeckungen. Die Region ist gut mit dem Auto von Hiroshima Stadt aus erreichbar, was sie zu einem idealen Ziel für Tagesausflüge oder Roadtrips macht.
