
Guide
Ikishima ist eine kleine, faszinierende Insel, die etwa 7 km vor der Küste des Stadtteils Sotome in Nagasaki liegt. Einst ein bedeutendes Zentrum des Untersee-Bergbaus, spielte sie eine entscheidende Rolle beim wirtschaftlichen Aufstieg des modernen Japans. Nachdem der Betrieb im Jahr 2001 als letzte Kohlemine Kyushus eingestellt wurde, hat sich die Insel in ein wertvolles Freilichtmuseum für Industriegeschichte verwandelt. Die verbliebenen Anlagen erzählen eindrucksvoll von der einstigen Blütezeit der Region.
Hinter der Geschichte von Ikishima steht die Entwicklung des Untersee-Bergbaus, der 1952 begann. Mit dem Beginn der Kohleförderung im Jahr 1959 wuchs das System zu einem gigantischen Netzwerk aus, das sich über eine Gesamtlänge von etwa 90 km bis hin zur benachbarten Insel Hikishima erstreckte. Trotz der wirtschaftlichen Umbrüche und der Konkurrenz durch Importkohle blieb das Erbe der Insel erhalten. Wo einst bis zu 7.700 Menschen lebten, herrscht heute eine friedliche Atmosphäre, die jedoch von Gebäuden und Anlagen geprägt ist, die den einstigen Wohlstand dokumentieren.

Das absolute Highlight ist die „Ikishima Kohleminen-Erlebnisreise“. Bei dieser Tour fahren Sie in einem elektrischen Trolley durch die alten Stollen – ein Erlebnis, das in Japan äußerst selten ist. Die Touren werden von ehemaligen Bergleuten geleitet, die authentische Einblicke in den Arbeitsalltag geben. Zudem lädt die Insel zu ausgiebigen Spaziergängen zwischen den historischen Industrieanlagen ein, die die Atmosphäre der Ära des industriellen Aufstiegs Japans perfekt einfangen.
Die Insel zeigt zu jeder Jahreszeit einen anderen Charme. Besonders empfehlenswert sind die Monate April, Mai, Oktober und November, da das Wetter in dieser Zeit stabil ist. Dies ist ideal, um die Insel zu Fuß zu erkunden oder die Überfahrt mit der Fähre zu genießen. Ein sonniger Tag sorgt für die beste Sicht auf die Küstenlandschaft.

Die Hauptaktivität auf der Insel ist das Eintauchen in das Bergleberleben. Dank der professionellen Erklärungen der ehemaligen Bergleute während der Trolley-Fahrt erhalten Sie weit mehr als nur eine touristische Besichtigung; es ist eine tiefgreifende historische Bildung. Ein entspannter Rundgang durch die verlassenen Siedlungsstrukturen und Industriegebiete ist ebenfalls ein Muss.
Die Anreise erfolgt per Fähre von den Häfen Kounoura oder Oseto in der Stadt Nagasaki aus. Die Umgebung der Sotome-Region in Nagasaki ist bekannt für ihre wunderschöne Küstenlinie und bietet eine harmonische Mischung aus Natur und historischer Landschaft.

Da die Erkundung der Insel hauptsächlich zu Fuß erfolgt, empfehlen wir bequeme Kleidung und festes Schuhwerk. Da die Anreise mit der Fähre erfolgt, sollten Sie die Wetterbedingungen im Auge behalten. Wichtig: Die speziellen Kohleminen-Erlebnisreisen (Trolley-Touren) sind reservierungspflichtig. Bitte prüfen Sie die Details vorab.