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Hōrin-ji ist ein Tempel der Myōshin-ji-Linie des Rinzai-Zen-Buddhismus und liegt im Bezirk Kamigyo-ku in Kyoto. Er ist weithin als „Daruma-dera“ (Daruma-Tempel) bekannt. Das markanteste Merkmal ist die enorme Anzahl an „Daruma“-Figuren, die auf dem Gelände verteilt sind. Besonders in der „Okikiari Daruma-Dō“ finden sich Daruma mit unzähligen, unterschiedlichen Gesichtsausdrücken, die aus ganz Japan gespendet wurden. Der Ort trägt eine tiefe historische Bedeutung, da er den Wunsch nach dem Wiederaufbau nach dem Krieg widerspiegelt. Hier verschmelzen die traditionelle Ästhetik eines Zen-Tempels und das einzigartige, fast surreale Panorama der Daruma-Figuren zu einem ganz besonderen Erlebnis.
Die Geschichte des Tempels begann im Jahr 1718, als der Kaufmann Araki Kōhin Shōtei den Bau unter der Leitung des Meisters Daigu Sōchiku initiierte. Nach neun Jahren Bauzeit wurde der Tempel im Jahr 1727 als Sanzōin Hōrin-ji offiziend gegründet. Ein interessanter Aspekt der Geschichte ist, dass der Gründer kein Krieger, sondern ein Kaufmann war. Trotz mehrerer Brände im Laufe der Jahrhunderte blieb der spirituelle Kern erhalten. Besonders bedeutsam ist die Errichtung der „Okikiari Daruma-Dō“ im Jahr 1945 als Symbol für den Wiederaufbau nach dem Krieg, was den Ruf des Tempels als „Daruma-dera“ festigte.

Es gibt mehrere Orte, die Besucher in ihren Bann ziehen. Der wohl bekannteste ist die „Daruma-Dō“ (Okikiari Daruma-Dō), in der tausende Daruma-Figuren mit unzähligen Mimiken aufgestellt sind. Ein weiterer kultureller Höhepunkt ist das „Kinema-den“, das der Geschichte der japanischen Filmindustrie gewidmet ist und die Namen von 800 Filmwirkenden ehrt. Zudem beherbergt die zweite Etage des Shusseidō die „Eirei-den“, einen Ort des Gedenkens an die Gefallenen des Pazifikkrieges. Für Liebhaber der Architektur und Gartenkunst bietet der Tempel zudem die „Hōjō“ (Haupthalle, erbaut 1718), den „Jūgyū-no-Niwa“ (Garten der zehn Stufen der Erleuchtung) sowie den „Mujin-Niwa“, einen wunderschönen Karesansui-Steingarten (Trockengarten).
Hōrin-ji zeigt sich zu jeder Jahreszeit von einer anderen Seite. Besonders der November ist eine empfehlenswerte Reisezeit, da sich die Umgebung und die Gärten in einem herbstlichen Gewand präsentieren. Ein besonderes Ereignis ist das „Daruma-ki“ am 1. November, an dem oft eine spezielle Ausstellung von Tempelschätzen (gegen Gebühr) stattfindet. Während der hellen Tagesstunden lassen sich die farbenfrohen Daruma-Figuren besonders gut beobachten, während die ruhigen Nachmittage ideal sind, um die meditative Stille des Zen-Gartens zu genießen.

Der Besuch des Hōrin-ji konzentriert sich auf die Beobachtung der Zen-Architektur und der einzigartigen Daruma-Kultur. Spaziergänge durch den Karesansui-Garten „Mujin-Niwa“ oder den „Jūgyū-no-Niwa“ bieten einen tiefen Einblick in die japanische Gartenkunst. Es ist ein Ort, an dem man die verschiedenen Facetten der japanischen Geschichte – von der Filmindustrie bis hin zu religiösen Traditionen – an einem einzigen Ort erleben kann. Besonders zur Zeit von Setsubun (Frühling) herrscht hier oft eine lebhafte Atmosphäre.
Hōrin-ji liegt in einer eher ruhigen Wohngegend des Bezirks Kamigyo-ku. Die Umgebung ist geprägt von einer friedlichen Atmosphäre und historischen Straßenzügen. Der Tempel ist gut erreichbar und eignet sich hervorragend als Zwischenstopp bei einer Tour durch den Nordwesten Kyotos. Die Nähe zu den Bahnhaltestellen macht einen Besuch sehr komfortabel.

Bitte beachten Sie bei Ihrem Besuch die folgenden praktischen Informationen: