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Das alte Herrenhaus der Familie Honma (Honma Ke Kyu Hontei) in der Stadt Sata, Präfektur Yamagata, war einst der Wohnsitz der wohlhabenden Kaufmannsfamilie Honma. Die Architektur ist ein außergewöhnliches Beispiel für die Verschmelzung des Samurai-Stils (Buke-yashiki) mit dem Baustil wohlhabender Kaufleute (Shoka-zukuri). Mit einer beeindruckenden Dimension von 33,6 Metern in der Breite des Hauptgebäudes und 16,5 Metern in der Tiefe zeugt das Anwesen von der Größe und dem Reichtum seiner Erbauer. Die hier spürbare Gastfreundschaft und die handwerkliche Präzision überdauern seit über 200 Jahren und bieten Besuchern einen tiefen Einblick in die japanische Geschichte.
Die Geschichte der Familie Honma begann im Jahr 1689 mit der Gründung des Geschäfts 'Niigaya' durch Kyushiro Motomitsu. Unter der dritten Generation, Mitsuhisa, entwickelte sich das Haus zu einem Zentrum des Wohlstands. Die Familie betrieb nicht nur den Handel mit den berühmten 'Sengokubune'-Schiffen, sondern leistete auch bedeutende Beiträge zur regionalen Entwicklung, etwa durch Landverbesserungen und die Anlage von Schutzwäldern gegen Windschäden. Dank des großen Vertrauens der lokalen Herrscher (Sakai-Clan) fungierte die Familie Honma zudem als Berater für die Staatsfinanzen, was ihre Rolle als Brücke zwischen Handel und Landwirtschaft festigte.

Im Inneren des Anwesens finden Sie zahlreiche Schätze der japanischen Handwerkskunst. Ein absolutes Highlight ist das 'Keyaki-Tamamoku' – ein extrem seltenes Maserungsmuster des 1000 Jahre alten Japanischen Ulmus (Keyaki), das aus einer bestimmten Perspektive betrachtet eine fast dreidimensionale Wirkung entfaltet. Ein weiteres faszinierendes Detail ist das 'Mushakakushi' (Krieger-Versteck), eine kleine Öffnung, die ursprünglich dazu diente, die Umgebung zu beobachten, ohne gesehen zu werden – ein typisches Merkmal der Samurai-Architektur.
Ein weiteres Erlebnis ist der Vergleich der Baustile: Achten Sie auf die Ausrichtung der Bodenbretter. Während im Samurai-Stil die Bretter quer zur Gehrichtung liegen, sind sie im Kaufmannsstil oft längs verlegt, um das Reinigen zu erleichelt. Auch die Verwendung verschiedener Holzarten wie Zypresse (Hinoki), Kiefer (Matsu) und Sugi sowie die kunstvollen Wandverkleidungen und Decken zeigen die höchste Meisterschaft der traditionellen japanischen Architektur.
Das Anwesen bietet das ganze Jahr über wechselnde kulturelle Einblicke. Je nach Jahreszeit werden traditionelle Ausstellungen wie die für das Hina-Matsuri (Puppenfest) oder das Tango-no-Sekku (Knabenfest) präsentiert. Ein Besuch im Frühling oder Herbst ist besonders empfehlenswert, um die harmonische Verbindung zwischen den historischen Gebäuden und der gepflegten Gartenanlage bei mildem Wetter zu genießen.

Im Nebengebäude 'O mise' (Der Laden) können Besucher die Geschichte des Handels hautnah erleben. Hier sind historische Arbeitsplätze (Cho-ba), Messwerkzeuge, traditionelle Lampen (Andon) sowie Küchenutensilien ausgestellt. Auch die Ausrüstung zur Brandbekämpfung, die für die Sicherheit der Stadt Sata wichtig war, ist Teil der Ausstellung und vermittelt ein lebendiges Bild des damaligen Alltags.