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Hitachi Furyumono ist ein traditionelles Fest in der Stadt Hitachi, Präfektur Ibaraki, das als wichtiges kulturelles Gut Japans eingestuft ist. Das beeindruckendste Merkmal sind die riesigen „Dashi“ (Festwagen), die bis zu 15 m hoch, 3 bis 8 m breit und 5 Tonnen schwer sind. In diesen Wagen werden kunstvolle „Karakuri-Puppenspiele“ aufgeführt. Die Wagen sind keine bloßen Dekorationen, sondern komplexe mechanische Konstruktionen, die durch Seile gesteuert werden, sodass die Puppen perfekt im Rhythmus der Musik (Ohayashi) agieren. Seit 2009 ist Hitachi Furyumono zudem auf der Repräsentativen Liste des UNESCO-Immateriellen Kulturerbes der Menschheit.
Die Ursprünge reichen bis ins Jahr 1695 (Genroku-Ära) zurück. Es begann mit der Hingabe der Wagen an den Kamimine-Schrein, um für Gesundheit und eine gute Ernte zu beten. Im Laufe der Edo-Zeit entwickelten sich die Wagen durch den Einfluss des Puppentheaters zu der heutigen Form. Trotz schwieriger Zeiten, wie den Zerstörungen während der Shōwa-Ära, wurde die Tradition durch die lokale Gemeinschaft bewahrt und erfolgreich rekonstruiert.
Das Herzstück ist das Karakuri-Puppenspiel auf den verschiedenen Ebenen der Wagen. Die Wagen besitzen eine fünfstöckige Struktur mit einem traditionellen Karahafu-Dach. Durch ein komplexes System aus Fäden und Mechaniken wirken die Bewegungen der Puppen fast lebendig. Die Themen der Stücke variieren je nach Stadtviertel (Higashi-machi, Kita-machi, Hon-machi, Nishi-machi) und erzählen historische Legenden wie „Genpei Seisuiki“. Die Atmosphäre wird durch über 200 Menschen verstärkt, die die Wagen durch die Straßen ziehen, begleitet von traditioneller Musik.
Hitachi Furyumono findet nur zu bestimmten Festzeiten statt. Das spektakulärste Ereignis ist das große Fest des Kamimine-Schreins im Mai (alle 7 Jahre), bei dem alle vier Wagen gleichzeitig zu sehen sind. Ein weiteres Highlight ist das Hitachi Sakura Matsuri im April. Da dies zur Zeit der Kirschblüte stattfindet, können Besucher die prachtvollen Wagen in einer wunderschönen Frühlingskulisse bewundern.
Während der Festtage verwandeln sich Bereiche wie die Heiwa-Dori in Fußgängerzonen, in denen man die Wagen aus nächster Nähe erleben kann. Die Technik der Karakuri-Puppen ist absolut faszinierend. Da die Wagen nur selten öffentlich gezeigt werden, empfiehlt es sich, die Reise genau auf die Festtermine abzustimmen. In Musecules in der Stadt Hitachi können zudem Modelle der Wagen besichtigt werden.
Die Umzüge finden primlich rund um die Heiwa-Dori in Hitachi statt. Der Kamimine-Schrein ist das spirituelle Zentrum der Tradition. Für tiefergehende Informationen bietet das Hitachi Civic Center oder das lokale Heimatmuseum interessante Exponate.
Da die Festivitäten im Freien stattfinden, ist wetterfeste Kleidung ratsam. Da es sehr voll werden kann, ist Vorsicht beim Gehen gebunden. Die Bezahlung bei lokalen Essensständen erfolgt meist in bar. Da die englische Sprachunterstützung vor Ort begrenzt sein kann, empfiehlt es sich, Informationen vorab zu prüfen.